Rechte Politiker hetzen nach Manchester-Anschlag

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Rechte Politiker hetzen nach Manchester-Anschlag | Wolfgang Rattay / Reuters
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Es ist ein wiederkehrendes Phänomen: Kommen irgendwo auf der Welt Menschen durch einen mutmaßlichen Anschlag ums Leben, beginnen rechte Politiker damit, Stimmung gegen den Islam zu machen.

Meist beginnen die Schuldzuweisungen schon bevor überhaupt klar ist, wer für die Tat verantwortlich ist.

► So war es auch im Fall des Münchner Amoklaufs, der sich wenig später als rechts motivierte Tat herausstellte.

Die Reflexe sind immer die gleichen. Auch dieses Mal.

Schon weniger Stunden nach dem Anschlag in Manchester waren die rechtspopulistischen Hetzer bereit, den Anschlag für ihre Zwecke zu missbrauchen:

So twitterte die AfD-Magedeburg: "Beten wird gegen islamistische Fanatiker nichts helfen! Schließt die Grenzen! Stoppt die unkontrollierte Migranteninvasion nach Europa!“

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Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Steffen Königer schrieb: "Jetzt also Kinder...ich bin Fassungslos! Politik muß #Islamisten den Krieg erklären, raus mit diesen Haßpredigern!“

Und sein Parteikollege Thomas de Jesus Fernandes aus Mecklenburg-Vorpommern schrieb: “+++Und wieder und wieder und immer wieder+++ Nizza, Berlin, London, Manchester.“

Noch bevor es überhaupt eine Bestätigung gab, dass es sich in Manchester tatsächlich um einen islamistischen Anschlag handelte, stellte der Landtagsabgeordnete den Angriff in die Reihe der islamistischen Anschläge des letzten Jahres.

Doch auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir irritierte mit einem Kommentar bei Twitter. Der Grünen-Spitzenkandidat scheint ebenso bereits zu wissen, dass der IS hinter dem Anschlag steckt.

"Trauer & Wut. Müssen an die ideologischen & finanziellen Quellen des #Islamismus ran. ISIS & Co mit voller Härte bekämpfen. #Manchester“, schrieb Özdemir.

Gleich gab es Kritik. So antwortete eine Nutzerin treffend: "Wir wissen noch nicht, was den Täter bewegt hat. Spekulation hilft nicht weiter.“

Das stimmt. Halten wir uns zurück mit voreiligen Schlüssen.

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