Muss das wirklich sein? ARD zeigt Silbereisens "Schlagersommer" parallel auf fünf Sendern

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SILBEREISEN
Florian Silbereisen moderiert zum fünften Mal "Die Schlager des Sommers" | presseportal.de
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Helene Fischer und Florian Silbereisen. Für die einen sind sie das romantischste Schlagerpaar Deutschlands, für die anderen die unerträglichsten Nervensägen aller Zeiten.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sehen vor allem eines in ihnen: Quotengaranten. Dieses Mal hat die ARD es allerdings maßlos übertrieben.

Am 24. Juni soll Silbereisens Show "Die Schlager des Sommers" parallel auf fünf Fernsehsendern ausgestrahlt werden.

Aber damit nicht genug. Die "erfrischend-spritzige Open Air-Party" (O-Ton Werbetext) beglückt sein Klatscher- und Schunkler-Publikum selbstbewusst zur Prime-Time um 20.15 Uhr - an einem Samstagabend. Ernsthaft?

"Die Schlager des Sommers" - Das müssen sie sehen!

Für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ist das Pärchen eine Goldgrube. Auftritte von Helene und Shows von Flori sind - überraschenderweise - unglaublich beliebt.

So sahen die Premiere der Erfolgsserie "Die Schlager des Sommers" laut dem Medienmagazin "DWDL.de" bundesweit über 1,7 Millionen Zuschauer.

Und: Bisher strahlten lediglich der Mitteldeutsche und der Hessische Rundfunk Silbereisens Schlagersause aus.

Doch muss nun wirklich auch noch die Sendezeit des Norddeutschen, des Bayerischen und des Berlin-Brandenburger Rundfunks für die Verbreitung von lapidarer Unterhaltungskultur herhalten?

Rundfunkgebühren ja, aber dann bitte sinnvoll

Die Diskussion um die Legitimität öffentlich-rechtlicher Sender und die Rundfunkgebühren erfuhr durch Pegida und die Alternative für Deutschland eine Renaissance.

Die AfD forderte Ende 2016 sogar die Abschaffung der “Zwangsfinanzierung” des Systems, wie es Jörg Meuthen ausdrückte, der Bundessprecher der Partei.

Vor dem Hintergrund der fünffachen Ausstrahlung eines musikalischen Events ohne jeglichen erkennbaren Bildungswert scheint die Forderung, die Verwendung der GEZ wenigstens zu überdenken, mehr als gerechtfertigt.

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben nur dann ihre Berechtigung, wenn sie ihrem Bildungsauftrag nachkommen.

Unabhängige Nachrichten, Dokumentationen und Reportagen bereichern den Zuschauer und verdienen es, produziert zu werden.

Florian Silbereisens geballt übertragene Schlagerparty mit Gästen wie DJ Ötzi, Jürgen Drews und Matthias Reim hingegen facht die Diskussion um falsch investiertes Geld nur weiter an.

"Der Schlagerboom geht weiter"

Doch die Fernsehmacher selbst sind begeistert: „Fünf Sender strahlen zeitgleich und live eine Schlagershow aus. Das hat es so in Deutschland noch nie gegeben“, jubelt MDR-Unterhaltungsschef Peter Dreckmann bei "DWDL.de".

Dreckmann schwärmte von der Live-Sendung: "Ein einmaliges und herausragendes Ereignis in diesem Fernsehsommer und ein weiterer Beleg dafür, dass der Schlager in Deutschland sehr lebendig ist."

Und: Lebendig bleibt auch die Diskussion um die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Den Schlagerbarden sei Dank.

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(mf)