Terroranschlag in Manchester: Was wir wissen - und was nicht

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MANCHESTER
22 Menschen sterben bei Terroranschlag in Manchester: Was wir wissen - und was nicht | Dave Thompson via Getty Images
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  • In Manchester sind bei einer Explosion nach einem Popkonzert mindestens 22 Menschen getötet worden
  • Laut Polizei war es ein Terroranschlag, der männliche Einzeltäter sei bei der Explosion ums Leben gekommen

Am späten Montagabend hat im nordenglischen Manchester ein Terroranschlag 22 Menschen in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich nach dem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande.

Die Details sind längst nicht alle klar. Für einen besseren Überblick hier eine Übersicht aller Fakten, die wir bislang kennen:

Was wir wissen

Die Explosion ereignete sich im Foyer einer Konzerthalle in Manchester. Die Halle selbst bietet Platz für 21.000 Menschen.

Zeugen berichten von einem Knall nach dem letzten Lied von Sängerin Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 MESZ).

Bei der Explosion kamen mindestens 22 Menschen ums Leben, 59 weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Unter ihnen viele jüngere Menschen. Mindestens etwa 60 weitere Opfer wurden rund um den Anschlagsort von Helfern versorgt, meldete die Zeitung "Manchester Evening News" unter Berufung auf Rettungskräfte.

Denn gerade bei Jüngeren ist Ariana Grande beliebt. Einige von ihnen so jung, dass sie das Konzert in Begleitung ihrer Eltern besucht hatten.

Es war ein Anschlag, der Attentäter ist ums Leben gekommen

Schon gegen Mittag legte sich die Polizei fest: Es war ein Terrorakt. Der männliche Einzeltäter sei bei der Explosion ums Leben gekommen. Auch Premierministerin Theresa May sprach schon mittags von einem Terrorangriff.

Die Identität des Attentäters ist bekannt

Ermittler haben britischen Medien zufolge den Attentäter von Manchester mittlerweile identifiziert. Es soll sich um den in Großbritannien geborenen Salman Abedi handeln, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Der Hinweis sei aus den USA gekommen. Die Polizei in Manchester bestätigte das.

Nach Angaben der britischen Zeitung "Telegraph" wurde der Mann 1994 in Manchester geboren, als zweites von vier Kindern. Seine Eltern sollen Flüchtlinge aus Libyen sein.

Es gibt einen weiteren Verdächtigen

Die Polizei hat zudem einen 23 Jahre alten Mann festgenommen. In welcher Beziehung er zum Täter gestanden haben soll, ist noch unklar. Ebenso gibt es bisher keine Details zu seiner Identität.

Im Video seht ihr die dramatischen Sekunden nach der Explosion:

Videos zeigen panische Zustände Sekunden nach der Explosion

“Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draußen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss”, zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin.

Mehr zum Thema: Augenzeugen filmen Moment der Explosion in der Konzerthalle in Manchester

So reagierten die Behörden

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen über Twitter auf, sich von der Halle fernzuhalten.

Krankenwagen rasten nach der Explosion zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal.

Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung zudem über Twitter, sie nur noch bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf.

Auch Sprengstoff-Spezialisten waren im Einsatz.

Ariana Grande ist bestürzt

Sängerin Ariana Grande wurde nicht verletzt. "Ariana ist okay", sagte ihr Sprecher Joseph Carozza der Tageszeitung "Los Angeles Times".

Sie zeigte sich "am Boden zerstört" gezeigt. "Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte", schrieb die 23-Jährige am Dienstagmorgen auf Twitter.

Mehr zum Thema: So entsetzt reagiert die Popwelt auf die verheerende Explosion in Manchester

Was wir nicht wissen

War es ein islamistischer Anschlag?

Die Hintergründe der Tat müssen noch aufgeklärt werden. Warum genau der Täter das Attentat beging und warum er das Konzert als Ziel auswählte, ist unklar.

Zwar deutet einiges auf einen islamistischen Terroranschlag hin. So hat die Terrormiliz IS die Tat für sich reklamiert. Auch ein angebliches Bekennervideo kursiert im Internet, seine Echtheit ist allerdings noch nicht bestätigt.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters feierten Anhänger der Terrormiliz IS einen möglichen Anschlag auf Twitter.

Wer ist der Festgenommene?

Noch ist die Identität des Festgenommenen ebenso unklar wie seine Beziehung zum Attentäter.

Genauere Hintergründe zu den Opfern

Details zu den Opfern, etwa wie viele Kinder getötet und verletzt wurden, gibt es noch nicht. Am Dienstag wurden erste Namen von Opfer bekannt.

Mit Material der dpa

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(ks) / (mf)

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