Nach Anschlag in Manchester: UN legt Schweigeminute ein - News-Blog

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MANCHESTER POLICE
Nach Anschlag in Manchester: Polizei nimmt 23-jährigen Mann fest | Andrew Yates / Reuters
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  • In Manchester sind bei einem mutmaßlichen Terroranschlag mindestens 22 Menschen gestorben
  • In Manchester gab es zwei Festnahmen, nur eine soll im Zusammenhang mit dem Attentat stehen
  • Der IS hat den Anschlag für sich reklamiert
  • Alle neuen Entwicklungen im News-Blog

Eine Explosion hat am Montagabend mehrere Besucher eines Konzerts der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester in den Tod gerissen. Die Polizei spricht von einem Selbstmordanschlag.

Was wir über den mutmaßlichen Terroranschlag wissen und was nicht, erfahrt ihr hier.

Alle aktuellen Nachrichten im News-Blog:

17.33 Uhr: Schweigeminute im UN-Sicherheitsrat für die Terroropfer

Der UN-Sicherheitsrat hat der Opfer des Terroranschlags von Manchester mit einer Schweigeminute gedacht. Die Mitglieder des 15 Länder zählenden Gremiums erhoben sich gemeinsam im Saal vor einer Sitzung zum Syrien-Konflikt.

"Wir sind zutiefst betrübt, von der sinnlosen Attacke auf Konzertbesucher in Manchester zu hören", teilte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, mit. "Wir stehen an Seite unserer britischen Freunde, während sie sich von diesem feigen Terrorakt erholen."

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Anschlag mit mindestens 22 Toten scharf. Er hoffe, dass die für die nicht zu rechtfertigende Gewalt Verantwortlichen rasch zur Verantwortung gezogen würden. Den Angehörigen der Getöteten sprach er sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung

15.17 Uhr: 8-Jährige unter den Opfern

Unter den ingesamt 22 Toten ist auch ein erst acht Jahre altes Mädchen. Das meldet die BBC. Außerdem berichtet der Sender von einer 18-Jährigen Studentin unter den Todesopfern.

Von den insgesamt 59 Verletzten sind 12 Opfer Kinder unter 16 Jahren, berichtet die Nachrichtenagentur "AP" unter Berufung auf britische Behörden.

14.06 Uhr: Papst Franziskus verurteilt "barbarische Attacke"

Papst Franziskus hat sich erschüttert über den Terroranschlag in Manchester mit 22 Todesopfern gezeigt. Das Oberhaupt der Katholiken sei tief betrübt gewesen, als er von den Verletzungen und dem tragischen Verlust von Menschenleben durch die "barbarische Attacke" in der nordenglischen Stadt erfahren habe, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans am Dienstag.

Der Papst bete für die Angehörigen, Verletzten und Toten, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen unter den Opfern. "Er drückt seine von Herzen kommende Solidarität mit all denen aus, die von diesem sinnlosen Akt der Gewalt betroffen sind."

13.48 Uhr: IS reklamiert Anschlag für sich

Eine der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehörende Gruppe hat den Anschlag in Manchester für sich reklamiert. Die Meldung kam über das IS-Sprachrohr Amaq. Ein "Soldat" des Islamischen Staates habe eine Bombe platzieren können, hieß es.

13.33 Uhr: Queen drückt Helfern in Manchester ihre Bewunderung aus

Die britische Königin Elizabeth II. hat den Opfern des Terroranschlags von Manchester ihr Beileid ausgesprochen. Die ganze Nation sei schockiert über die vielen Toten und Verletzten, die nur ein Konzert genossen hatten, hieß es in einer Mitteilung des Palastes.

"Ich möchte meine Bewunderung dafür ausdrücken, wie die Menschen von Manchester mit Menschlichkeit und Mitgefühl auf diese barbarische Tat reagiert haben", sagte die Queen demnach.

12.59 Uhr: Polizei nimmt 23-jährigen Mann fest

Die Polizei hat im Süden von Manchester einen Mann festgenommen. Dabei soll es einen Zusammenhang mit dem Anschlag geben. Das teilte die Polizei der nordenglischen Stadt am Dienstag mit.

Welche konkrete Verbindung der 23-Jährige zu dem Attentäter hatte, war zunächst unklar.

Eine weitere Festnahme im Einkaufszentrum Arndale, das evakuiert wurde, habe mutmaßlich nichts mit dem Anschlag vom Montagabend zu tun, schrieben die Ermittler auf Twitter.

12.30 Uhr: Einkaufszentrum evakuiert - Zeugen berichten von lautem Knall

Das Arndale-Einkaufszentrum in der Innenstadt von Manchester ist evakuiert worden. Das Einkaufszentrum liegt nur wenige hundert Meter von der Manchester Arena entfernt.

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Quelle: getty

Der Auslandsrundfunk Deutsche Welle berichtet, dass Zeugen einen lauten Knall gehört hätten. Wie mittlerweile klar ist: Am Einkaufszentrum gab es eine Festnahme, sie soll aber nicht im Zusammenhang mit dem Attentat stehen.

12.10 Uhr: Premierministerin May nennt Anschlag einen Terrorangriff

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Quelle: getty

Premierministerin Theresa May hat den "Terroranschlag" scharf verurteilt. Unschuldige Menschen, auch Kinder, seien Ziel der Attacke gewesen. "Der Angriff sticht mit seiner widerlichen Feigheit heraus", sagte May.

Derzeit gehe die Polizei von einem Einzeltäter aus. Jetzt sei es Aufgabe der Behörden, herauszufinden, ob der Täter Teil eines größeren Netzwerks gewesen sei.

May sagte außerdem, die Polizei glaube, die Identität des Täters zu kennen, könnten diese jetzt aber noch nicht enthüllen. Der Täter ist nach Angaben der Polizei bei der Explosion gestorben.

Die Politikerin sprach auch über den Zustand der über 50 Verletzten. "Einige Opfer ringen noch um ihr Leben", sagte sie.

12.05 Uhr: Erdogan verurteilt den Anschlag

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den tödlichen Anschlag scharf verurteilt. "Als Türkei teilen wir das Leid des englischen Staates und des englischen Volkes", sagte Erdogan am Dienstag in einer Ansprache in Istanbul.

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Archivbild. Quelle: Getty

"Ich will hier auch anbringen, dass wir im Kampf gegen Terrororganisationen auf der Seite Englands stehen, so wie bei allen anderen Ländern auch", sagte er.

12.01 Uhr: Polizei ruft noch immer dazu auf, dass Stadtzentrum zu meiden

Die Polizei in Manchester hat ihre Warnung erneuert. Noch immer sollten die Menschen in Manchester das Stadtzentrum meiden. Noch immer seien die Behörden am Tatort an der Arbeit, heißt es in einem Tweet.

11.47 Uhr: Konzertbesucher kritisieren Sicherheits-Checks

Besucher des Konzerts von Sängerin Ariana Grande kritisieren die Sicherheitsvorkehrungen der Veranstaltung. In Tweets behaupten Musikfans, ihre Taschen seien nicht gescheckt worden.

Eine Frau schrieb: "Meine Tasche wurde nicht gecheckt, als ich zum Konzert ging. Das hat mich extrem geschockt. All das hätte vielleicht verhindert werden können."

Wie die britische Tageszeitung "The Independent" berichtet, kritisierte ein Besucher oder eine Besucherin, es sei möglich gewesen, mit "Gegenständen unter den Jacken" in die Halle zu gelangen.

Eine tschechische Konzertbesucherin sagte gegenüber der Zeitung, es hätte fast keine Sicherheits-Checks gegeben. "Sie haben uns ohne jede Überprüfung reingelassen und wir hatten alles mit uns dabei", zitiert "The Independent" die Frau.

11.38 Uhr: Angebliches Bekenner-Video kursiert im Netz

Im Netz ist ein Video aufgetaucht, in dem sich ein vermummter Mann im Namen des IS zu dem Anschlag bekennt.

Laut der britischen Zeitung "Daily Mail" tauchten auf Twitter schon vor dem Attentat Ankündigungen aus der islamistischen Szene auf. Die Tweets sind mittlerweile gelöscht oder die Accounts von Twitter gesperrt.

Allerdings kann die "Daily Mail" nicht unbedingt als seriöse Quelle angesehen werden.

10.20 Uhr: US-Präsident Trump beklagt Bombenanschlag von "bösen Verlierern"

US-Präsident Donald Trump beklagt den Tod vieler Menschen in Manchester. Er nennt den Bombenanschlag das Werk "böser Verlierer im Leben." Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Der Präsident bekundete Großbritannien bei einem Termin in Bethlehem auch seine Solidarität.

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US-Präsident Trump mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem. Quelle: getty

Trump sagte weiter, der Anschlag habe "unschuldigen Kindern" gegolten. Er sagte, die "niederträchtige Ideologie muss ausgelöscht werden. Und ich meine: komplett ausgelöscht."

10.15 Uhr: Fußball-Profis aus Manchester sind geschockt

Einen Tag vor dem Finale der Fußball-Europa-League hat Manchester United geschockt auf den Anschlag in der Heimatstadt reagiert. "Wir sind von den schrecklichen Ereignissen der letzten Nacht in der Manchester Arena sehr erschüttert. Unsere Gedanken und Gebete gehen an alle Betroffenen", twitterte der Finalist am Dienstagmorgen.

Im Endspiel trifft Manchester United am Mittwoch in Solna bei Stockholm auf Ajax Amsterdam.

Für die United-Profis stand am Mittag laut Plan noch ein Training auf der heimischen Sportanlage an, ehe sich das Team in Richtung Stockholm in Bewegung setzen sollte. Die Pressekonferenz mit Trainer José Mourinho in Solna ist für 18.15 Uhr geplant.

10.10 Uhr: Sänger Liam Gallagher nach Anschlag in Manchester "am Boden zerstört"

Der aus Manchester stammende frühere Oasis-Sänger Liam Gallagher ("Wonderwall") hat den Anschlagsopfern und ihren Familien sein Mitgefühl ausgesprochen. Er sei "total geschockt und absolut am Boden zerstört" über die Ereignisse in der Stadt, schrieb Gallagher am Dienstagvormittag auf Twitter.

Er sende "Liebe und Licht" an alle Betroffenen.

10.00 Uhr: AfD-Kreisverband nutzt Anschlag für Stimmungsmache

Der Kreisverband Magdeburg der AfD instrumentalisiert auf Twitter den Anschlag für Stimmungsmache. "Beten wird gegen islamistische Fanatiker nichts helfen! Schließt die Grenzen! Stoppt die unkontrollierte Migranteninvasion nach Europa!" heißt es dort.

Die Polizei geht derzeit von einem Selbstmordanschlag aus. Ob es sich um einen islamistischen Anschlag handelt, ist derzeit aber noch eine Vermutung.

9.55 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel ist entsetzt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem Bombenanschlag in Manchester entsetzt geäußert. "Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen", teilte die CDU-Vorsitzende am Dienstag mit.

Ihre Anteilnahme gelte allen Opfern und Betroffenen sowie den Angehörigen in ihrer Trauer und Verzweiflung.

angela merkel
Quelle: reuters

"Dieser mutmaßliche terroristische Anschlag wird nur unsere Entschlossenheit stärken, weiter gemeinsam mit unseren britischen Freunden gegen diejenigen vorzugehen, die solche menschenverachtenden Taten planen und ausführen", sagte Merkel demnach weiter. Den Menschen in Großbritannien versicherte sie: "Deutschland steht an Ihrer Seite."

9.50 Uhr: Putin will mit Großbritannien gegen den Terror kämpfen

Kremlchef Wladimir Putin hat nach dem Anschlag in Manchester die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Großbritannien im Kampf gegen den Terror betont.

"Wir verurteilen dieses zynische, unmenschliche Verbrechen scharf", hieß es in einem Schreiben an die britische Premierministerin Theresa May dem Kreml zufolge am Dienstag in Moskau. "Wir rechnen damit, dass die Drahtzieher einer angemessenen Strafe nicht entkommen werden."

wladimir putin
Quelle: getty

Moskau wolle sowohl auf bilateraler Ebene mit London zusammenarbeiten als auch im Rahmen breiter internationaler Bemühungen.

9.42 Uhr: Busbahnhof in London ist nach Evakuierung wieder geöffnet

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist der Zentrale Busbahnhof in London nach einer Evakuierung wieder geöffnet. Im Bahnhof war ein verdächtige Gegenstand gefunden worden.

"Der verdächtige Gegenstand wurde überprüft. Kein Verdacht. Danke für Ihre Geduld", teilte die Londoner Polizei auf Twitter mit.

9.38 Uhr: Terror-Experte Neumann: "In Manchester gibt es eine Dschihadisten-Szene"

9.38 Uhr: Terror-Experte Neumann: "In Manchester gibt es eine Dschihadisten-Szene"

Auch der deutsche Terrorismus-Experte Peter Neumann geht von einem Terroranschlag aus. Neumann lehrt am King's College in London:

"Für ein Attentat spricht natürlich, dass die Polizei selber sagt, es handele sich um Terrorismus. Das ist ein starkes Indiz", sagte Neumann im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Vor allem in London und Birmingham gebe es eine Islamisten-Szene. Aber auch in Manchester: "Es gibt in Manchester viel Aktivität. Auch dort werden immer wieder Leute festgenommen", sagte Neumann.

Das sei jedoch kein zwingender Hinweis, schränkte Neumann ein.

9.36 Uhr: Was steckt hinter dem Manchester-Meme?

Nach dem verheerenden Anschlag in Manchester bekunden Menschen auf der ganzen Welt ihr Beileid. Und dabei taucht auf Twitter und Facebook immer wieder ein Meme auf. Darauf steht #PrayForManchester. Darüber eine schwarze Schleife mit Hasenohren.

Hier lest ihr, was hinter dem Meme steckt.

8.59 Uhr: Busbahnhof in London evakuiert

Nach dem Terroranschlag in Manchester hat die Polizei den zentralen Busbahnhof in London evakuiert. Es wurde ein verdächtiges Paket gefunden.

8.17 Uhr: Stadtregierung Manchester: "Terroristen werden ihr Ziel nicht erreichen"

Die Bewohner der Stadt Manchester wollen Terroristen keinen Raum geben. Dies betonte der Chef der Stadtregierung, Sir Richard Leese, nach der Explosion in der nordenglischen Stadt. "Manchester ist eine stolze, starke Stadt, und wir werden Terroristen nicht erlauben, ihr Ziel zu erreichen, Angst zu säen und uns zu spalten", teilte Leese am frühen Dienstagmorgen mit.

Es sei schwierig, sich eine schlimmere Nacht in der Geschichte der Stadt vorzustellen, sagte er dem Sender BBC Radio 4. "Als Stadt, als Gemeinschaft, werden wir weiter zusammenhalten und werden nicht erlauben, dass wir besiegt werden."

Mit Material der dpa

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