Babys mit diesen Namen haben es später im Leben schwerer

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Wenn Eltern ihrem Kind einen Namen aussuchen, legen sie schon ein Stück weit seine Zukunft fest. Denn wir verbinden Namen instinktiv mit bestimmten Vorstellungen über Aussehen und Intelligenz der betroffenen Person - und das beeinflusst ihre Karriereaussichten (auch im Video oben zu sehen).

Das heißt: Kinder, deren Namen mit negativen Vorurteilen behaftet sind, werden es einmal schwerer haben, Karriere zu machen, -
schlicht, weil ihnen weniger zugetraut wird.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch auch Eltern, die ihren Kindern modische Namen geben - oder einfach nur von der traditionellen Schreibweise abweichen -, tun ihrem Nachwuchs neuen Erkenntnissen zufolge keinen Gefallen, was ihr späteres Berufsleben angeht.

"Ich schaue automatisch auf die Personen herab, die seltsam geschriebene Namen haben"

Diese Ansicht vertritt unter anderem die australische Namensbuchautorin Sabrina Rogers-Anderson. Sie hat für ihr Buch über ausgefallene Kindernamen mehrere Personalchefs interviewt. Laut Rogers-Anderson sagten sie ihr, dass sie Bewerber mit ausgefallenen Vornamen nur ungern einstellen.

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Der Geschäftsführer einer großen Firma sei ihr gegenüber sehr deutlich geworden, sagte die Autorin der britischen Tageszeitung "Daily Mail": "Er sagte zu mir: 'Ich kann nicht anders, ich schaue automatisch auf die Personen herab, die seltsam geschriebene Namen haben. Das sagt ihnen natürlich niemand, weil es als diskriminierend eingestuft werden könnte.'"

Das Vorurteil betrifft nicht nur außergewöhnliche oder verwirrende Namen wie Alias oder Manilo, sondern auch ungewöhnliche Schreibweisen bekannter Namen.

Zum Beispiel ersetzen immer mehr Eltern bei beliebten Vornamen wie Niklas das k durch ein c - also Niclas. Auch bei Yannick (Jannik, Yanic) oder Katharina (Katarina, Catherina) gibt es unterschiedliche Schreibarten. Es kann jedoch sein, dass die weniger bekannten Schreibweisen einen schlechten Eindruck bei manchem Personalchef hinterlassen.

Bessere Karrierechancen dank kurzem Vornamen?

Außerdem spannend: Die Namensagentur Endmark hat vor einigen Jahren etwa 750 männliche und weibliche Vornamen ausgewertet und ihre "Karrieretauglichkeit" geprüft. Das Ergebnis: Kurze Vornamen wie Lea und Tim schnitten besser ab als lange ungewöhnliche Vornamen wie Justin oder Angelina.

Außerdem schnitten die Vornamen schlecht ab, die nicht zu dem Nachnamen passten. Als Beispiele werden "Pierre Müller“ oder "Chantal Lüdenscheid“ genannt. Am schlimmsten stehe es aber für Kombinationen aus Doppelvorname und Doppelnachname, etwa "Marie-Luise Meier-Schmidtberger“.

Diese Erkenntnisse überschneiden sich mit einer Studie der Universität Oldenburg, derzufolge Lehrer Vorurteile gegenüber bestimmten Vornamen hegen. Bei der Studie schnitten Namen wie Sophie und Maximilian gut ab, während Kevin und Mandy negativ eingestuft wurden.

"Man bildet Hypothesen über das Alter, die Intelligenz und die Attraktivität eines Menschen", sagte Soziologie-Professor Jürgen Gerhards der "Süddeutschen Zeitung".

Eltern sollten das also bei der Namensgebung bedenken.

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(lk)

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