Die Helden von Manchester: Welche unglaubliche Hilfsbereitschaft der Anschlag hervorgerufen hat

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MANCHESTER
Die wahren Helden von Manchester: Welche unglaubliche Hilfsbereitschaft der Anschlag hervorgerufen hat | dpa
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Manchester zeigt Größe. Nach dem Terroranschlag am Montagabend, bei dem 22 Menschen getötet und 59 Menschen verletzt wurden, wird den Einwohnern der Stadt viel Lob und Anerkennung entgegengebracht.

Denn nach dem Anschlag war die Bandbreite der Hilfsbereitschaft riesig: Von gratis Taxifahrten bis hin Anwohnern, die Tee an die Betroffenen verteilten.

Das sind die Geschichten der wahren Helden von Manchester:

1. Der Taxifahrer, der Gratis-Fahrten anbot

AJ Singh, ein Taxifahrer aus Manchester, sagte, dass er einfach nur helfen wollte, wo er konnte.

„Es waren Menschen dort, die ihre Freunde und Verwandten suchten. Ich habe sie zu den Krankenhäusern gefahren. Sie hatten kein Geld, sie waren förmlich gestrandet“, so erzählt er es gegenüber den "Channel 4 News".

„Es gab keine Transportmöglichkeiten in Manchester, alle Straßen waren gesperrt, es war wirklich schwer, von einem Ort zum anderen zu kommen.“ So sprang er kurzerhand ein - ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen.

2. Die Hotels, die kostenfreie Unterkünfte anboten

Hotels in der Nähe des Veranstaltungsortes boten an, Menschen aufzunehmen, die von dem Terroranschlag betroffen waren.

Das Premier Inn und das Holiday Inn nahmen Konzertbesucher auf, die von ihren Angehörigen oder Freunden getrennt wurden.

Unbestätigten Berichten zufolge, soll eine Frau etwa 50 Kinder in Sicherheit gebracht haben, die von ihren Eltern oder anderen Begleitpersonen getrennt wurden.

Die HuffPost UK hat Hotels in der Nähe des Veranstaltungsortes kontaktiert. Diese verneinten jedoch, dass sich die Kinder bei ihnen befänden.

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3. Die zwei Obdachlosen, die herbeieilten und den Verletzten halfen

Chris Parker hielt sich zur Zeit des Anschlags im Foyer der Manchester Arena auf. Dort bettelt er regelmäßig um Geld, wenn Besucher die Veranstaltungen verlassen. Er sagte, er habe einen großen Knall gehört, dann folgte ein weißer Blitz und schließlich Rauch. Dann begannen die Menschen zu schreien.

„Es hat mich umgehauen, aber dann rappelte ich mich wieder auf. Statt raus zu rennen sagte mir mein Instinkt, ich sollte umkehren und versuchen, zu helfen“, so Parker gegenüber der Nachrichtenagentur "Press Association".

„Überall lagen Menschen auf dem Boden“, erinnert sich der 33-Jährige. Parker kümmerte sich um ein kleines Mädchen und um eine ältere Frau.

Sie war hatte schwere Bein- und Kopfverletzungen davongetragen. „Sie starb in meinen Armen. Sie sagte mir, sie sei Mitte 60 und hatte mit ihrer Familie das Konzert besucht.“

„Ich konnte nicht aufhören zu weinen“, erzählt Parker.

Auch Stephen Jones schlief am Montagabend in der Manchester Arena, als er von einem lauten Knall geweckt wurde.

„Dann begriff ich, was passiert war und sah Kinder, die schreiend und voller Blut aus dem Konzert gerannt kamen“, so Jones zu ITV News.

„Wir mussten Nägel und Scherben aus ihren Armen und Gesichtern entfernen“, erzählt der 35-Jährige weiter. „Die Bilder haben uns die ganze Nacht nicht mehr losgelassen.“

4. Der Rabbi, welcher der Polizei Kaffee und Törtchen bringt

Rabbi Shneur Cohen wurde dabei gefilmt, wie er den Polizisten vor der Manchester Arena am Dienstagmorgen Kaffee und Törtchen brachte.

5. Die Ärzte, Assistenten und Krankenschwestern, die sich um Dutzende Verletzte kümmerten

Niall Dickson, Direktor der NHS Confederation, einer Vereinigung, die alle Gesundheitsdienste in England, Wales und Nordirland vertritt, sagte: „Zusammen mit den anderen Notfalldiensten, den Notärzten des NHS, Managern und anderen Angestellten, haben wir wieder einmal großartig reagiert. Wir bieten die Behandlung und die Unterstützung an, die jetzt am dringendsten sind. Wir kümmern uns.“

Er erklärte weiter: „In Zeiten wie diesen wissen wir als Gesellschaft die Gesundheitsdienste am meisten zu schätzen und zu würdigen.“

Aber auch der Polizei wird viel Lob für ihren Einsatz am Montagabend entgegengebracht. Besonders eindrücklich ist dieses Bild eines kleinen Mädchens, das von einer Polizistin getröstet wird. Vielfach wird es in den sozialen Netzwerken geteilt.


6. Die Mitglieder der Sikh-Tempel, die Verpflegung und Unterkünfte anboten

In den sozialen Netzwerken werden die Standorte und Adressen von Sikh-Tempeln geteilt, die Schutzsuchenden Verpflegung und eine Unterkunft anbieten.

7. Die Einwohner Manchesters, die Schlafplätze zur Verfügung stellten oder Tee ausschenkten

Unzählige Einwohner Manchesters boten Menschen ohne Übernachtungsmöglichkeit nach dem Anschlag einen Schlafplatz oder warmen Tee an.

8. Die Menschen, die Blut spendeten

Bereits am Dienstagmorgen bildeten sich vor den Blutbanken in Manchester lange Schlangen. Die Einwohner der Stadt wollten den Verletzten so auf jede erdenkliche Weise helfen.

Es wurde sogar soviel Blut gespendet, dass GiveBlood NHS über die sozialen Netzwerke die Nachricht verbreitete, dass momentan keine weiteren Blutspenden benötigt würden. Die Krankenhäuser hätten ausreichend Blut zur Verfügung.

Deshalb bat GiveBlood NHS die Menschen darum, nicht einfach so an den Blutspendezentren zu erscheinen, sondern sich als Blutspender registrieren zu lassen.

Der Text erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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