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22/05/2017 10:05 CEST | Aktualisiert 22/05/2017 23:18 CEST

Die Saudi-Connection: US-Präsident Trump wird in Saudi-Arabien von Interessenkonflikten verfolgt

Jonathan Ernst / Reuters
Die Saudi-Connection: US-Präsident Trump wird in Saudi-Arabien von Interessenkonflikten verfolgt

  • Der Trump-Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen nach Saudi-Arabien - was den Besuch des US-Präsidenten im Königreich problematisch macht

  • Trumps Tochter Ivanka nutzte den Staatsbesuch, um Geld für eine Stiftung zu sammeln

Auf seiner Reise nach Saudi-Arabien kann US-Präsident Donald Trump einige Erfolge verbuchen. Viel Lob erhielt Trump nach seiner Rede vor Vertretern aus 55 islamischen Staaten in Riad am Sonntag. Fast schon staatsmännisch sei Trumps Auftreten gewesen, kommentierten Beobachter.

Vergessen schien da seine sonst so islamfeindliche Rhetorik. “Bravo Präsident Trump”, schrieb Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Emirate, auf Twitter. Trump habe eine “effektive und historische” Rede gehalten.

Auch wirtschaftlich war Trump für die USA erfolgreich. Die Amerikaner schlossen mit Saudi-Arabien US-Angaben zufolge Geschäfte im Wert von mehr als 350 Milliarden Dollar ab, darunter auch ein 110 Milliarden Dollar schwerer Waffen-Deal.

Aber nicht nur die USA profitieren von dieser Reise - sondern womöglich auch das Firmenimperium des Trump-Clans. Was den US-Präsidenten in eine brisante Situation bringt.

Die USA betreten mit Trump Neuland

Bereits vor seinem Amtsantritt warnten Politiker und Beobachter vor den möglichen Interessenkonflikten von Trump. “Das ist Neuland, nie in der Geschichte der USA hatten wir einen Präsidenten mit einem solchen Imperium in den Vereinigten Staaten und in Übersee”, sagte Michael J. Green, Berater unter US-Präsident George W. Bush, gegenüber der “New York Times".

Natürlich unterhält die Trump Organization, das Familienunternehmen mit mehr als 500 Tochtergesellschaften, auch Geschäftsbeziehungen nach Saudi-Arabien. Dem Präsidenten sollen dort vier Unternehmen gehören, die Hotelprojekte fördern, berichtet die Tageszeitung “Welt”.

Der US-Präsident wischt alle Bedenken beiseite

Bedenken über mögliche Interessenskonflikte wischte Trump im Vorfeld seiner Präsidentschaft mit dem Hinweis hinweg, er werde die Verantwortung über sein Firmenimperium an seine Söhne abgeben.

Die beiden ältesten Söhne Eric und Donald managen nun den Konzern, Trump übergab die Geschäfte an einen Treuhandfonds. Allerdings ist dieser nicht, wie Ethik-Experten gefordert hatten, “blind” und damit unabhängig. So hatten es US-Präsidenten mit möglichen Interessenkonflikten vor Trump gehandhabt.

Für Experten ist das nicht ausreichend - und könnte den Präsidenten anfällig für Korruption machen. Mehrere Rechtsexperten forderten daher bereits, Trump solle seines Amtes enthoben werden.

Ivanka Trump sammelt Geld in Saudi-Arabien

Auch Trumps Tochter Ivanka machte Geschäfte in Saudi-Arabien. Sie erhielt von Vertretern Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate insgesamt 100 Millionen US-Dollar für einen von ihr initiierten Weltbank-Fonds für Unternehmerinnen, berichtete das "Handelsblatt".

Als seine vormalige Konkurrentin Hillary Clinton in Saudi-Arabien Geld für ihre gemeinnützige Stiftung sammelte, kritisierte Trump das auf Facebook. “Wenn die unehrliche Hillary sagt, wir müssen Saudi-Arabien und andere Länder dazu auffordern, den Hass nicht weiter zu finanzieren. Ich fordere sie auf, die 25 Millionen Dollar sofort zurückzugeben, die sie für die Clinton-Foundation bekommen hat.”

Elf Monate ist das her.

Wohin Trump auch reist, sein Geld ist bereits da

Die Interessenkonflikte werden Trump bei seiner Reise durch den Nahen Osten begleiten. Sein Schwiegersohn und Manager für Alles, Jared Kushner, hat geschäftliche Verflechtungen in Israel, der nächsten Station der Trump-Tournee.

Kushners Firma hat sich Geld von Israels größter Bank geliehen und arbeitet mit den reichsten Familien des Landes bei Investitionen in New York zusammen, berichtet die “New York Times”.

Wohin Donald Trump reist, sein Geld ist meist schon da. Neben den Gerüchten um eine mögliche Absprache mit Russland im Wahlkampf umgibt ihn die Vermischung von Politik und Geschäft wie eine dunkle Wolke bei dieser ersten Auslandsreise.

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(lp)

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