Pannen-Flughafen: Siemens kassiert beim BER auch fürs Nichtstun

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BER AIRPORT
Pannen-Flughafen: Siemens kassiert beim BER auch fürs Nichtstun. | Reuters
Drucken
  • Beim Bau des Pannen-Flughafens BER in Berlin wurden bereits Abermillionen Euro verschwendet
  • Jetzt stellt sich heraus: Die Firma Siemens wird dabei mitunter fürs Nichtstun bezahlt

Der Flughafen BER ist und bleibt eine Baustelle. Eine, die immer mehr Kosten verursacht - und auf der mittlerweile auch fürs Nichtstun Geld bezahlt wird.

Denn die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat einen Vertrag mit Siemens geschlossen, wonach die Firma auch bezahlt wird, wenn sie nicht auf der Baustelle arbeiten kann, wie die "Bild am Sonntag" berichtet.

Kein Überblick über Baumaßnahmen


Der Vertrag aus dem November 2016 sieht demnach vor, dass Siemens die Leistung seiner Mitarbeiter stundenweise mit bis zu 182 Euro abrechnen kann. Grund ist, dass der Flughafen laut Vertragstext keinen genauen Überblick hat, was noch gebaut werden muss und daher noch kein konkretes Bausoll benennen kann.

Üblicherweise werden bei Großprojekten Festpreise vereinbart.

Mehr zum Thema: Geheime Agenda aufgetaucht: Planer wussten, dass BER nicht vor 2018 eröffnet

Zudem erlaubt der Vertrag, dass Siemens seine Mitarbeiter abrechnen darf, auch wenn sie nicht arbeiten können. Aufgrund der verworren Situation auf der Baustelle kommt es regelmäßig zu diesen "Leerlaufzeiten“, da sich Firmen gegenseitig bei der Arbeit behindern.

BER und Siemens: Eine Geschichte von Skandalen

Die Firma Siemens geriet wegen ihrer Arbeit am BER schon öfter in Verruf. So steht der Konzern wegen Scheinabrechnungen unter Betrugsverdacht. Es geht um eine Summe von bis zu 2 Millionen Euro.

Siemens räumte im August letzten Jahres gegenüber "Spiegel Online" ein, dass es zu falschen Abrechnungen gekommen sein könnte - aber nur aus Versehen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(mm)

Korrektur anregen