"Verantwortungsloses Verhalten": Nordkorea provoziert mit erneutem Raketentest

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KIM JONG UN
North Korean leader Kim Jong Un inspects the defence detachment on Jangjae Islet and the Hero Defence Detachment on Mu Islet located in the southernmost part of the waters off the southwest front, in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) on May 5, 2017. KCNA/ via REUTERSATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. | KCNA KCNA / Reuters
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  • Nordkorea hat abermals eine Rakete getestest
  • Das teilte die südkoreanische Armee mit
  • Damit provoziert das Kim-Regime eine Eskalation des Konflikts mit den USA

Kim Jong Un lässt nicht mit sich reden. Trotz wiederholter Warnungen der USA, Südkoreas, Japans und Chinas hat der nordkoreanische Diktatur wieder eine ballistische Rakete testen lassen. Am Sonntag schoss das international isolierte Land eine Rakete mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern ab, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit.

Der Flugkörper sei von einem Ort nördlich der Hauptstadt Pjöngjang nahe Pukchang abgefeuert worden und mehr als 500 Kilometer weit in Richtung offenes Meer geflogen.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Beamte des Weißen Hauses, es könnte sich um eine Mittelstreckenrakete des Typs Pukguksong-2 gehandelt haben, wie sie Nordkorea bereits im Februar getestet habe.

"Verantwortungsloses Verhalten"

Die Angaben wurden von Südkorea zunächst nicht bestätigt. Der Raketentyp konnte demnach zunächst nicht bestimmt werden. Nach Angaben der japanischen Regierung stürzte die Rakete außerhalb der Hoheitsgewässer des Landes ins Japanische Meer. Tokio protestierte gegen den Raketenstart.

In Südkorea berief Präsident Moon Jae In den Nationalen Sicherheitsrat ein.

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den Raketentest aufs Schärfste. Nordkorea habe sich damit erneut über geltende Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats hinweggesetzt.

"Wir begrüßen es daher, dass in den Vereinten Nationen aktiv über neue Maßnahmen gegen Nordkorea nachgedacht wird", hieß es in der Erklärung. Die Bereitschaft für einen ernsthaften Dialog sei da. Nordkorea müsse sie nutzen und aufhören, "die internationale Ordnung durch sein verantwortungsloses Verhalten herauszufordern".

Raketentest war bereits der neunte in diesem Jahr

Erst am Sonntag zuvor hatte die kommunistische Führung Nordkoreas eine Mittelstreckenrakete testen lassen. Dabei hatte es sich nach eigenen Angaben um eine Rakete des Typs Hwasong-12 gehandelt, die einen atomaren Sprengkopf tragen und US-Gebiet treffen könne.

Sie sei fast 800 Kilometer weit geflogen und habe eine Höhe von mehr als 2100 Meter erreicht. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Raketentest - den achten des Landes in diesem Jahr - scharf verurteilt.

Nach Einschätzung von US-Experten zeigte der Test der Hwasong-12 erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Interkontinentalrakten. Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

USA verlegen zweiten Flugzeugträger in koreanische Gewässer

Die USA hatten erst von wenigen Tagen den Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" zu Patrouillenfahrten in die Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel geschickt.

Das Schiff soll sich nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien gemeinsam mit der "USS Carl Vinson" an Übungen im Westpazifik beteiligen. Die "Carl Vinson" wurde nach neuen Raketentests durch Nordkorea Ende April in die Region entsandt. Auf längere Sicht soll die "Ronald Reagan" den Berichten zufolge die "Carl Vinson" dort ablösen.

Mehr zum Thema: Was gerade in Südkorea passiert zeigt, wie wenig der Westen den Korea-Konflikt tatsächlich versteht

US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Pjöngjang wirft den USA vor, durch ihre gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

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