Mutter redet Tochter jahrelang tödliche Krankheit ein - bis diese brutal Rache nimmt

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GYPSY ROSE BLANCHARDE
Mutter redet Tochter jahrelang tödliche Krankheit ein - bis diese brutal Rache nimmt | Greene County Sherrif's Office
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Dee Dee Blancharde war eine aufopferungsvolle Mutter. Ihr ganzes Leben widmete die Alleinerziehende ihrer kranken Tochter Gypsy Rose, die sie bei sich zuhause pflegte. Bis zu dem Tag, als Gypsy Rose 2014 ihre Mutter grausam ermordete.

Der US-Sender HBO beleuchtet nun die Hintergründe der Familientragödie in der neuen Dokumentation “Mommy dead and dearest” (dt. Geliebte tote Mutter). Gespräche mit Angehörigen, Nachbarn und Ermittlern geben Einblicke in eine Mutter-Tochter-Beziehung, die so verkorkst und düster ist, dass einem das Blut in den Adern gefriert.

Die Doku zeigt: Nichts ist, wie es scheint.

Geht es dem Mädchen wirklich so schlecht?

Schon seit sie ein Baby war, hatte Gypsy Probleme mit ihrer Gesundheit. Sie erkrankte früh an Leukämie und Epilepsie, wurde durch Muskelschwund an einen Rollstuhl gefesselt und kämpfte mit einer Seh- und Hörbehinderung – zumindest ließ ihre Mutter sie das glauben.

Denn Gypsy Rose Blancharde ist körperlich vollkommen gesund. Sie kann ganz normal gehen, sehen und hören. Es ist ihre Mutter, die krank war. Die 48-jährige Dee Dee litt vermutlich am sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Die Krankheiten ihrer Tochter hatte sie allesamt frei erfunden.

Grausame Misshandlung

Damit ihre Lügen nicht aufflogen, schottete Dee Dee sich und ihre Tochter von der Gesellschaft ab. Weil sie angeblich zu gebrechlich war, durfte das Mädchen nicht zur Schule gehen und ihren Vater, der elf Stunden Autofahrt entfernt lebte, kaum sehen.

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Das Furchtbare daran: Weil die Ärzte den Schilderungen der Mutter Glauben schenkten, musste sich Gypsy mehreren Operationen unterziehen, bekam Medikamente gegen Epilepsie, durch die ihr die Zähne ausfielen, und wurde zwischenzeitlich sogar durch eine Magensonde ernährt.

Zudem rasierte ihr Dee Dee den Kopf, da ihr die Haare aufgrund ihrer Krebserkrankung “ohnehin ausgefallen wären”, heißt es in der HBO-Doku. “Mir war nicht klar, dass ich kerngesund bin. Ich wusste nur, dass ich laufen kann”, sagt das Mädchen im Interview mit der Regisseurin.

“Die Schlampe ist tot”

Als sie schließlich begriff, was ihre Mutter ihr jahrelang angetan hatte, beschloss sie sich aus der Tortur zu befreien – mit allen nötigen Mitteln.

Gemeinsam mit ihrem Freund, den sie in einem Chat-Portal kennen gelernt hatte, plante sie die Ermordung ihrer psychisch-kranken Mutter.

Am 14. Juni postete sie eine Nachricht auf Facebook, der ihre Freunde in Angst und Schrecken versetzte: “Die Schlampe ist tot”. Wenig später wurde Dee Dee Blancharde ermordet in ihrem Bett gefunden. Man hatte mehrmals auf sie eingestochen.

Happy End im Knast

Über die IP-Adresse, von der der morbide Facebook-Post abgesetzt worden war, gelang es den Behörden Gypsy ausfindig zu machen. Die damals 23-Jährige gestand, ihren Geliebten mit dem Mord an ihrer Mutter beauftragt zu haben.

Der Bundesstaat Missouri verurteilte die junge Frau zu einer Haftstrafe von 10 Jahren. Gypsys Vater Rod erzählt in einem Interview mit dem US-Sender ABC News, wie es ihr im Gefängnis geht: “Sie ist glücklich. Sie fühlt sich zum ersten Mal wirklich frei.”

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(ll)

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