Der "Erdogan der SPD" - Wolfgang Kubicki giftet gegen Ralf Stegner

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WOLFGANG KUBICKI
FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki sorgt mit Kritik an Ralf Stegner für Empörung | Morris MacMatzen / Reuters
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  • FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat SPD-Mann Ralf Stegner beleidigt
  • Er nannte ihn den "Erdogan der SPD"
  • SPD-Chef Martin Schulz forderte von Kubicki jetzt eine Entschuldigung

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat den SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner heftig kritisiert. Auf dem Landesparteitag der FDP in Neumünster bezeichnete Kubicki Stegner am Samstag als “Erdogan der SPD” und “Westentaschen-Machiavelli”. Damit sorgte er nicht nur innerhalb Schleswig-Holsteins für Empörung.

SPD-Chef Martin Schulz fordert jetzt eine Entschuldigung: “Wenn Herr Kubicki einen Funken Anstand hat, muss er sich für diese Entgleisung entschuldigen”, sagte Schulz gegenüber der Zeitung “Bild am Sonntag”. “Einen politischen Wettbewerber mit einem Autokraten zu vergleichen, der missliebige Journalisten ins Gefängnis werfen lässt, das geht zu weit.”

"Herr Kubicki, was bilden Sie sich eigentlich ein?"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix reagierte ebenfalls entsetzt. “Herr Kubicki, was bilden Sie sich eigentlich ein? Bei allem Respekt gegenüber der FDP und ihrem guten Landtagswahlergebnis: Ralf Stegner als Erdogan zu bezeichnen geht gar nicht und entbehrt jedes politischen Anstandes”, erklärte er.

Die Äußerung sei nicht nur eine Beleidigung gegenüber Stegner, sie verharmlose zugleich “die untragbaren Zustände” in der Türkei.

Kubicki: Vorwurf war überzogen

Am Sonntag relativierte Kubicki seine Kritik an Stegner. “Die Formulierung ‘Erdogan der SPD’ war sicher überzogen. Ich hatte nicht die Absicht, Herrn Dr. Stegner antidemokratisches Gebaren zu unterstellen und ihn damit zu diskreditieren”, sagte Kubicki.

Jedoch wünsche er sich eine vorurteilsfreie Aufarbeitung der Tatsache, dass unter Stegners Führung in den letzten drei Wahlen die jeweils schlechtesten Ergebnisse für die SPD Schleswig-Holstein seit mehr als 60 Jahren erzielt wurden.

Keine Chance auf Ampel-Koalition

Die Freien Demokraten hatten Kubicki am Samstag zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im September gekürt.

Doch erst mal muss dieser eine Koalition zustande bringen. Das dürfte gar nicht so leicht werden, denn Kubicki lehnt es partout ab, eine Regierung mit den Sozialdemokraten zu bilden. Auch wenn ein Bündnis von CDU, Grünen und FDP scheitern sollte, werde es keinen Versuch geben, doch noch eine “Ampel-Koalition” zu formen, betonte Kubicki. Dann liefe es auf eine Neuwahl hinaus.

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(jg)