Ex-CIA und NSA-Direktor Hayden: Trump ist Putins nützlicher Idiot

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MICHAEL HAYDEN
Ex-CIA und NSA-Direktor Hayden: Trump ist Putins nützlicher Idiot | Larry Downing / Reuters
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  • Der ehemalige Geheimdienst-Chef Michael Hayden hat der "Bild am Sonntag" ein Interview gegeben
  • Darin bezeichnete er Trump als Marionette der Russen
  • Hayden war sechs Jahre lang Chef der NSA und drei Jahre Leiter der CIA

Der frühere Chef der US-Geheimdienste, Michael Hayden, hält Abkommen zwischen dem Weißen Haus und der russischen Regierung für wahrscheinlich. In einem Interview mit der “Bild am Sonntag” sagte der 72-Jährige: “Er ist etwas, das Putin und die Russen „polezni durak“ nennen – einen ‘Nützlichen Idioten’.”

Der Begriff stamme aus dem Kalten Krieg und beschreibe eine naive Person, die unter der Kontrolle des Kreml steht und in Russlands Interesse agiert.

Hayden kritisierte Trump schon im Wahlkampf

Es war nicht das erste Mal, dass sich der dekorierte Air Force General abwertend über Donald Trump äußerte. Während des Wahlkampfes kritisierte Hayden die Rhetorik des Kandidaten Trump und merkte an: „Man ist nicht nur verantwortlich für das, was man sagt. Man ist verantwortlich für das, was die Menschen hören.“

Über die Trump-freundliche Nachrichtenseite "Breitbart", die von Fact-Checkern wiederholt als Verbreiter von Fake-News enttarnt wurde, sagte er dem "Business Insider": “Ich denke die Betreiber dieser Seite haben ein unzulängliches Weltbild, das nicht von Fakten gestützt ist. Ihre Wahrnehmung basiert auf Vorurteilen und sie verzerren die Tatsachen so, dass sie ihr Weltbild bestätigen.”

Darüber hinaus sprach sich Hayden gemeinsam mit 50 anderen hochrangigen Sicherheitsberatern gegen Trumps Wahl zum Präsidenten aus. Schon damals befürchteten sie, dass Trump, der bekanntlich gerne “frei Schnauze” redet, heikle Informationen ausplaudern könnte und stuften ihn deshalb als Sicherheitsrisiko ein.

Deutschland muss sich warm anziehen

Im Gespräch mit der "Bild" mahnte der erfahrene Geheimdienstler außerdem zur Vorsicht bei der Bundestagswahl im September. Deutschland solle sich darauf einstellen, dass Hacker versuchen würden, auch hierzulande in den Wahlkampf einzugreifen.

Kurz vor der US-Wahl hatten Hacker E-Mails und geheime Dokumente des Demokratischen Nationalkomitee und des Wahlkampfausschusses der demokratischen Kongressabgeordneten gehackt. Auch bei der kürzlichen Präsidentschaftswahl in Frankreich versuchten Hacker Einfluss zu nehmen, indem sie Dokumente des sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron veröffentlichen.

Mehr zum Thema: Was Deutschland aus den Hackerattacken auf Emmanuel Macron lernen kann

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(jg)