Abgehängt: Die SPD trennen im Sonntagstrend 12 Prozentpunkte von der Union

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  • Die SPD verliert laut einer neuen Umfrage weiter an Boden
  • Sie liegt demnacht 12 Prozentpunkte hinter der Union
  • Im Video könnt ihr sehen, wie SPD-Kandidat Martin Schulz laut der Umfrage abschneidet

Die SPD kommt nicht auf die Beine. Drei Landtagswahlen hat sie verloren, das Image des Spitzenkandidaten Martin Schulz ist angekratzt. Und jetzt brechen die Sozialdemokraten auch in den Umfragen ein - und das deutlich.

Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die "Bild am Sonntag" fällt die SPD deutlich hinter die Union zurück. Martin Schulz' Partei würde bei einer Wahl demnach 26 Prozent der Stimmen erhalten - CDU und CSU jedoch 38 Prozent. Die beiden Parteien trennen also ganze zwölf Prozentpunkte.

Die Linke würde mit 9 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft im Bundestag; die Grünen und die FDP kämen auf jeweils 7 Prozent. Die AfD würde 8 Prozent der Stimmen bekommen.

Das Ergebnis des Sonntagstrends zeigt auch, wie groß die Hürde für Schulz' Vorhaben, zum Bundeskanzler der Deutschen zu werden, tatsächlich ist.

Der Glaube an Schulz schwindet

Und so glauben laut Sonntagstrend, bei dem 500 repräsentativ ausgewählte Personen befragt wurden, auch nur 15 Prozent der Teilnehmer, dass Martin Schulz im September ins Kanzleramt einzieht. 76 Prozent sind überzeugt: Er schafft es nicht.

Ende Februar glaubten noch 36 Prozent der Befragten an eine Schulz-Kanzlerschaft. Der Glaube an den SPD-Kandidaten schwindet offenbar - und das auch in seiner eigenen Partei.

Dem Sonntagstrend zufolge verlieren auch die SPD-Mitglieder den Mut. Nur noch 34 Prozent glauben an einen Sieg von Martin Schulz. Im Februar waren es noch 56 Prozent gewesen.

Immer wieder Merkel


Diese Ernüchterung mit der SPD spiegelt sich auch in der Direktwahlfrage des Sonntagstrends wieder. Anfang Februar hatte Martin Schulz hier noch mit 46 Prozent vor Angela Merkel gelegen. Jetzt gaben nur noch 29 Prozent der Befragten an, dass sie sich für ihn entscheiden würden, sollte der Bundeskanzler direkt gewählt gewerden.

53 Prozent der Befragten würden sich direkt für Angela Merkel entscheiden. Das entspricht ganz dem deutschen Zeitgeist. Viel wird in der Bundesrepublik und -politik gestritten - doch am Ende halten die Deutschen immer wieder ihrer Kanzlerin die Treue. Das politische Magazin Foreign Policy schrieb dazu unlängst fast entgeistert: “Es ist Zeit, sich einzugestehen, dass Angela Merkel vielleicht für immer die Bundeskanzlerin Deutschlands bleibt.”

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Klaus Hurrelmann, Professor an der Berliner Hertie School of Governance und einer der renommiertesten Jugendforscher Deutschlands, stellte in der HuffPost fest: “Die Mutter ist bei allen jungen Leuten, wie zuletzt wieder die Shell Studie gezeigt hat, der absolute Orientierungspunkt für die Lebensgestaltung” - und Deutschlands Landesmutter sei nun einmal Angela Merkel.

Der Politologe Gero Neugebauer wiederum nannte den Merkel-Faktor in der HuffPost ein “Armutszeugnis” für die CDU, weil die Parteizugehörigkeit vielen Wählern offenbar egal sei. “Der Spruch: ‘Nichts muss bleiben, wie es ist, alles kann sich ändern’, Frau Merkel kann ihn außer Kraft setzen”, sagt er.

Wie auch immer man zu Angela Merkel und ihrer Politik stehen mag - ihre Dominanz ist unbestreitbar. Auch und vor allem für die SPD und ihren Kandidaten Martin Schulz.

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