Immer mehr Hartz-IV-Empfänger sind auf Kredite von Jobcentern angewiesen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ARBEITSAMT
Immer mehr Hartz-IV-Empfänger sind auf Kredite von Jobcentern angewiesen | ullstein bild via Getty Images
Drucken
  • Viele Hartz-IV Empfänger müssen zusätzliche zu ihren Leistungen weitere Darlehen aufnehmen
  • Jobcenter mussten im Jahr 2016 demnach monatlich 15.000 Kredite geben
  • Die LINKE plädiert für eine Anpassung der Regelleistung

Viele Hartz-IV Empfänger kommen mit den bezogenen Sozialleistungen nicht über die Runden. Immer mehr von ihnen müssen zusätzliche Darlehen von Jobcentern aufnehmen, um wichtige Anschaffungen wie Kühlschränke und Kleidung finanzieren zu können.

Wie die Funke-Mediengruppe berichtet, hat die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2016 jeden Monat 15.000 Kredite für "unabweisbaren Bedarf zur Sicherung des Lebensunterhalts" gewährt. Zum Vergleich: 2007 machten davon noch 11.521 Personen Gebrauch.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes zinsloses Darlehen, das 2016 im Durchschnitt 434 Euro betrug. Um dieses zurückzuzahlen werden den Beziehern monatlich zehn Prozent von der Hartz-IV-Regelleistung abgezogen.

LINKE-Vize will Leistungen anpassen

“Das beweist, dass die Regelleistung prinzipiell viel zu niedrig angesetzt ist”, sagte die führende LINKE-Politikerin Sabine Zimmermann gegenüber der Funke-Gruppe. Bei den Anschaffungen gehe es schließlich nicht um Luxusgüter, sondern um lebensnotwendige Dinge.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion fordert, die Hartz-IV-Leistungen so anzupassen, dass unabdingbare Anschaffungen von den Bedürftigen auch bezahlt werden könnten, ohne dass sie sich dafür verschulden müssen. "Dies ist auch eine Frage der Würde und des Anstands", so Zimmermann.

Mehr zum Thema: Diese Stadt sanktioniert Hartz-IV-Empfänger am Härtesten

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(jg)