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20/05/2017 13:07 CEST | Aktualisiert 20/05/2017 13:09 CEST

Trump-Skandal: Russische Politiker prahlten mit Einfluss auf US-Sicherheitsberater Flynn

Carlos Barria / Reuters
Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn rückt erneut ins Zentrum der FBI-Ermittlungen

  • Russische Politiker sollen damit geprahlt haben, großen Einfluss auf das Weiße Haus gehabt zu haben

  • Laut dem Sender CNN hätten sie Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn als Verbündeten betrachtet

Der Verdacht auf geheime Abkommen zwischen US-Präsident Trump und der russischen Regierung erhärtet sich weiter. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet, betrachteten russische Regierungsbeauftragte Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn offenbar als Verbündeten.

Sie sollen in Gesprächen oft damit geprahlt haben, mit Flynns Hilfe auf den US-Präsidenten Einfluss nehmen zu können, so die Aussage von CNNs Informanten.

Mitarbeiter des US-Geheimdienstes seien darüber alarmiert gewesen. Sie fürchteten, dass Flynn heikle Informationen an die Russen weitergeben könnte.

Liebesgrüße aus Moskau

Trumps Sicherheitsberater trat zurück nachdem Aufzeichnungen von dessen Telefongesprächen mit dem russischen Botschafter Sergey Kislyak an die Öffentlichkeit gedrungen waren.

Insbesondere ein Gespräch vom Dezember 2016 erregte Besorgnis, denn: Nur einen Tag zuvor hatte Präsident Barack Obama Sanktionen gegen Russland verhängt. Unter anderem ließ er 35 russische Diplomaten des Landes verweisen.

Wie CNN berichtet, soll Flynn Botschafter Kislyak gesagt haben, dass Trump sich erkenntlich zeigen würden, wenn Russland seinerseits bereit wäre, auf Sanktionen gegen die USA zu verzichten.

Des Weiteren soll Flynn zugesichert haben, dass Trump die Sanktionen aufheben werde, sobald er im Amt sei. Am darauffolgenden Tag gab Präsident Putin bekannt, dass es von seiner Seite aus keine Sanktionen gegen die USA geben werde.

Zu Tisch bei Putin

Das Telefonat zwischen Flynn und Kislyak erregte viel Aufsehen, doch die Beziehung der beiden Männer reicht mindestens vier Jahre zurück. Die "Washington Post" schreibt, dass sie sich bereits 2013 auf einer Geschäftsreise kennenlernten. Damals leitete Flynn den Verteidigungsnachrichtendienst; er reiste nach Russland, um sich mit seinen dortigen Gegenüber zu treffen.

Im Dezember 2015 war Flynn bei einer Galaveranstaltung des Regierungssenders RT eingeladen. Er saß am Tisch von Präsident Wladimir Putin. Aus kürzlich veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass Flynn für seine Teilnahme 45 000 Dollar bekam.

Das Weiße Haus dementiert weiterhin

Unterdessen dementiert das Weiße Haus weiterhin, dass das Trump-Lager geheime Informationen an Russland weitergegeben hätte. “Wir sind zuversichtlich, dass die Ermittlungen keine Beweise für Abkommen zwischen der Trump-Kampagne und Russland finden werden”, hieß es zuletzt in einer offiziellen Stellungnahme.

Mehr zum Thema: Medienberichte: Trump gab geheime Informationen an Russland weiter

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(jg)