Polizei findet Tagebuch eines deutschen Serienmörders - es offenbart grausame Details

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Die Tagebuchaufzeichnungen sind an Grausamkeit nicht zu überbeiten. | iStock
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Er zählt zu den schlimmsten Serienmördern der Nachkriegsgeschichte: Volker E. mordete 33 Jahre lang, bis er im Jahr 2006 endlich von der Polizei gefasst wurde.

Zu einem Urteilsspruch kam es nicht mehr: Volker E. erhängte sich im Juli 2007 in seiner Zelle im Bayreuther Gefängnis. Einen Tag nach seinem 48. Geburtstag.

Wie unvorstellbar krank seine Psyche war, geht nun aus seinen eigenen handschriftlichen Aufzeichnungen hervor, deren Existenz erst jetzt bekannt wurde. Das Tagebuch des Mörders liegt jetzt der "Abendzeitung“ vor und enthüllt Fürchterliches.

23 Jahre Mord, Vergewaltigung und Totschlag

Mit 15 mordete er zum ersten Mal: Er erwürgte eine Mitschülerin, tarnte die Tat aber erfolgreich als Suizid. Im November 2006 wurde der Serienkiller, der als Fernfahrer arbeitete, in Spanien erkannt. Nach einer europaweiten Fahndung konnte er wenige Tage später in Köln festgenommen werden.

Es war das Ende einer schrecklichen Mordserie, die 33 Jahre lang andauerte. Der "Würger von Plauen“ erwürgte und erdrosselte seine Opfer. Danach verging er sich an den Leichen. Ihre Kleidung versteckte er im Führerhaus seines LKWs.

Ein Tagebuch des Grauens

"Ich fühle mich so gut wie noch nie in meinem Leben“, schrieb der Killer in sein Tagebuch, nachdem er seinen ersten Mord an einer vierzehnjährigen Mitschülerin begangen hatte.

Schon mit 15 Jahren konnte sich Volker E. nicht von seinen perversen Gedanken loslösen, die eine Türe zu seinen seelischen Abgründen aufstießen. Sie waren der Katalysator für seine entsetzlichen Verbrechen.

"Ich fing an, schöne, langhaarige Frauen zu hassen“, schrieb der Mörder. "In meiner Phantasie legte ich meine Hände um diese Frauenhälse und drückte ihnen die Kehle zu."

Mitgefühl oder Empathie gab es in der kranken Welt des Volker E. nicht.

Die Polizisten entdeckten Aufzeichnungen, Fotos, Haarsträhnen der Opfer

Als die Polizisten 30 Jahre später seine Wohnung und seinen LKW durchsuchten, machten sie abartige Entdeckungen. So fanden die Mordermittler Polaroidfotos von toten Frauen, mitsamt dem LKW-Fahrer. Auf den Rückseiten waren perverse Einzelheiten der Morde notiert. Weitere Fotos fanden die Polizisten auch im Führerhaus des Lastzugs, außerdem Haarlocken in Plastiktütchen.

Die schauderhaften Beweisstücke bewiesen: Volker E. war ein Serienmörder, dessen Perversion alle Grenzen überschritt. Meist lauerte er seinen Opfern in einsamen Parks und unter dunklen Brücken auf - so schreibt er in dem Tagebuch, das der "Abendzeitung“ erstmals vorliegt.

Nach seiner ersten Gefängnisstrafe, galt der Mörder als "resozialisiert“

1981 kam Volker E. erstmals vor Gericht - und wurde tatsächlich verurteilt. Zwei Frauen, die er vergewaltigt hatte und ihn danach identifizieren konnten, brachten ihn für sieben Jahre ins Gefängnis.

Damals war Volker E. 21 Jahre alt. Doch der Aufenthalt im Gefängnis zeigte eine gegenteilige Wirkung. "Nach sieben Jahren wieder in Freiheit schwor ich mir, dass keines meiner nächsten Opfer mehr weiterleben würde", schreibt der Killer.

Ein Gutachter, der Volker E. vor seiner Entlassung untersuchte, hielt ihn sogar für resozialisiert.

"Würgen ist harte Arbeit“

Eiskalt hielt er jede Tat in seinem Tagebuch mit buchhalterischer Sorgfalt fest. "Ich ließ ihren Hals los, meine Hände schmerzten. Würgen ist harte Arbeit. Aber sie atmete noch", schreibt Volker E. weiter über den Mord an seiner Mitschülerin.

"Ich suchte nach einem Mordinstrument, denn meine Hände taten mir so weh. Würgen ging nicht mehr“, schreibt er. "Wieder zu Hause hatte ich ein unglaubliches Glücksgefühl."

Die Dunkelziffer ist weitaus größer

Die genaue Anzahl an Frauen, die er quälte, vergewaltigte und ermordete, bleibt weiter im Dunkel der Geschichte. Neben den Morden wird Volker E. noch mit mindestens 24 weiteren Delikten in Verbindung gebracht. Seine Opferbilanz übersteigt womöglich sogar die 24 Morde, die der Serienkiller Fritz Haarmann in den Jahren 1918 bis 1924 in Hannover beging.

So verstörend wie die nun vorliegenden schauderhaften Beweisstücke auch sein mögen, stellt sich inzwischen die Frage, wie ein Serienmörder wie Volker E. Jahrzehnte lang morden konnte, ohne dabei ertappt zu werden.

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(amr)

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