Finanzminister Schäuble vergleicht die Flüchtlingskrise wieder mit einer Lawine

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Finanzminister Schäuble vergleicht die Flüchtlingskrise wieder mit einer Lawine | dpa
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  • Bundesfinanzminister Schäuble hat abermals die Flüchtlingskrise mit einer Lawine verglichen
  • 2015 machte er den Vergleich zum ersten Mal - die Aussage war als Kritik an der Kanzlerin verstanden worden

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den Verlauf der Flüchtlingskrise 2015 abermals mit einer Lawine verglichen. "Ich habe auf das Phänomen der Lawine hingewiesen: Du kannst Entwicklungen auslösen, die klein beginnen und am Ende nicht mehr beherrschbar sind", sagte Schäuble im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Schäuble hatte bereits im November 2015 das Bild einer Lawine für die Flüchtlingskrise aufgegriffen. Eine brisante Aussage - sie war damals als Kritik an der "Willkommenskultur" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gedeutet worden.

2015 sagte Schäuble: "Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt."

Der unvorsichtige Skifahrer, darin sahen manche Beobachter die Kanzlerin. Nun wiederholt Schäuble diese Aussage. Im Gespräch mit der "FAS" stellt der Minister aber auch auf Nachfrage klar: Die Politik der Kanzlerin sei nicht gemeint.

Sprachkritik am Finanzminister

Das Bild der "Lawine" für die große Anzahl der Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren nach Europa kamen, steht aber auch generell in der Kritik. Flüchtlinge dürften nicht mit Naturkatastrophen verglichen werden, hatten etwa 2015 die SPD-Politiker Sigmar Gabriel und Heiko Maas zu den Aussagen Schäubles gesagt.

Auch der damalige Bundespräsident Joachim Gauck kritisierte die Wortwahl. Er halte "Horrorszenarien und negative Stereotype" für gefährlich.

Trotz der Kritik vor eineinhalb Jahren: Der Finanzminister hält an dem Begriff fest.

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(amr)

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