Medienecho zu immer neuen Russland-Enthüllungen: "Donald Trump bekommt, was er verdient"

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Medienecho zu neuen Russland-Enthüllungen: "Donald Trump bekommt, was er verdient" | Getty
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  • Die Enthüllungen um die Russland-Affäre des US-Präsidenten Donald Trump reißen nicht ab
  • Ermittler nehmen jetzt einen engen Mitarbeiter Trumps ins Visier, er selbst belastete sich durch Aussagen gegenüber russischen Diplomaten
  • Die Medien in den USA sind entsetzt über die neuen Entwicklungen - und rechnen mit Trumps Niedergang

Donald Trump hat die USA verlassen. Für eine Auslandsreise - nicht, weil er vor der über ihn hineinbrechenden Katastrophe in der Russland-Affäre fliehen wollte.

Dabei hätte er dazu allen Grund, denn am Freitag erhöhten neue Enthüllungen der "New York Times", der "Washington Post" und der Mediengruppe McClatchy massiv den Druck auf den US-Präsidenten.

► Den Start machte die "New York Times". Sie berichtete von einem internen Memo aus dem Weißen Haus, laut dem Donald Trump zu russischen Diplomaten über die Entlassung des FBI-Direktors James Comey sagte: "Er war verrückt, ein Spinner. Ich habe wegen Russland unter großem Druck gestanden. Der ist jetzt verschwunden."

► Fast zeitgleich legte die "Washington Post" nach. Sie enthüllte, dass "ein hochrangiger Berater des Weißen Hauses mit engen Verbindungen zu Trump" ins Visier der Ermittler zur Russland-Affäre geraten sei.

► Und noch ein Bericht brachte Trump in Bedrängnis, diesmal von der Mediengruppe McClathy. Diese schreibt, dass nun auch wegen Vertuschungsversuchen gegen das Weiße Haus ermittelt wird.

► Später am Tag folgte die nächste schlechte Nachricht für den US-Präsidenten: Der von ihm gefeuerte FBI-Direktor James Comey will vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen.

Das Medienecho auf diese dramatischen Entwicklungen - und die der letzten Woche - fiel entsprechend drastisch aus.

"Trump bekommt, was er verdient"

Die "Washington Post" triumphierte in einem Kommentar geradezu: "Trump hat die freie Presse attackiert und bekommt, was er verdient." Der Regierungschef der USA sei "gleichermaßen narzisstisch wie uninformiert".

Trumps Aussage, er würde so schlimm behandelt, wie noch nie ein Politiker vor ihm, kommentierte die Post geradezu höhnisch: "Trump wurde nicht schlimm behandelt. Er wurde genau so behandelt, wie er es verdient hat. Er hat die Institutionen der freien Presse angegriffen - und die haben zurückgeschlagen."

Die "Post" dankte auch den vielen Mitarbeitern der Trump-Regierung, die den Medien immer wieder Informationen durchgeben würden. Auf diese Whistleblower kam auch der "Wall Street Journal"-Journalist Eli Stokols im Interview mit dem Sender MSNBC zu sprechen. "Donald Trump muss erstmal wirklich begreifen, dass es hier Einschränkungen seiner Macht gibt", sagte Stokols. "Er steht vor einem Staatsstreich."

"Trump ist ein in die Ecke getriebener Größenwahnsinniger"

Das Magazin "The Nation" warnte am Freitag davor, wie Trump auf so einen Putsch gegen ihn reagieren wird. ""Trump ist ein in die Ecke getriebener Größenwahnsinniger", schrieb "The Nation" - seine Präsidentschaft hänge am seidenen Faden. "Er hat seine große Abneigung für die Gewaltenteilung, seine außerordentliche Feindschaft der Presse gegenüber und seine beunruhigende Vorliebe für die Diktatoren der Welt unter Beweis gestellt."

Doch Männer wie Trump würden nicht einfach und sanft in ihren politischen Niedergang gehen - sie würden sich winden, kratzen, austeilen und kämpfen. "Wir müssen annehmen, dass Trump in seiner Verzweiflung versuchen wird, seinen Mob auf das Land loszulassen; dass er versuchen wird, diejenigen einzuschüchtern und zu bedrängen, die sich ihm entgegen stellen."

Auch der britische "Guardian" warnte am Freitag vor Trumps Unberechenbarkeit. "Der Grad an Paranoia, Selbst-Sabotage und Inkompetenz im Weißen Haus ist unglaublich. Trump garantiert ein tägliches Chaos", schrieb die Zeitung. Mit Trump würden die USA von einem Präsidenten regiert, der nur wisse, wie man um jeden Preis Schlagzeilen macht - selbst wenn das bedeute, sich selbst in Brand zu setzen.

Das Resümee des "Guardian": "Trump ist Oberkommandeur des Militärs, mit der Macht Kriege zu führen und ganze Nationen auszulöschen. Wir können nur hoffen, dass er sich am Ende selbst verbrennt."

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