Im Kontrollturm des London City Airports sitzt in Zukunft kein einziger Flugsicherheitsmitarbeiter mehr

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LONDON CITY AIRPORT
Der London City Airport liegt unmittelbar neben dem Finanzzentrum Londons | Etienne De Malglaive via Getty Images
Drucken
  • Ab 2019 werden im Kontrollturm des London City Airports keine Flugsicherheitsmitarbeiter mehr sitzen
  • Der Grund: Die Helfer werden aus der Ferne mit digitalen Bildern arbeiten
  • Das erhöhe die Sicherheit, so ein Sprecher des Flughafens

Der London City Airport liegt an einer brisanten Stelle - unmittelbar neben dem Finanzdistrikt Canary Wharf. Wer als Passagier beim Anflug aus dem Fenster schaut, kann Investmentbanker und Portfoliomanager bei der Arbeit beobachten. So knapp überfliegen die Fluggesellschaften die aus Glas und Stahl gebauten Türme der Banken.

Da darf nichts schief gehen. Auch die Mitarbeiter der Flugleitstelle vom London City Airport sind gefordert, um zu verhindern, dass mitten in London ein Passagierflugzeug abstürzt.

Vom Kontrollturm aus beobachten sie die Flieger, teilen den Piloten bei Start und Landung mit, wie stark sie korrigieren müssen, verhindern Kollisionen.

2019 kann der London City Airport den Kontrollturm einmotten

Doch genau ohne diese Helfer aus der Flugleitstelle müssen die Piloten in Zukunft auskommen. Denn spätestens 2019 wird der Kontrollturm außer Dienst gestellt.

Natürlich müssen die Piloten auch in Zukunft nicht auf sich alleine gestellt den London City Airport ansteuern. Denn statt der Flugsicherheitsmitarbeiter werden zahlreiche Kameras das Treiben am Flughafen beobachten. Sie liefern hochauflösende Bilder in einen über 100 Kilometer entfernten "virtuellen" Kontrollraum.

Im beschaulichen Hampshire werden den Flugsicherheitsmitarbeitern die Daten live zugespielt, berichtet die britische Zeitung "The Independent".

Mehr Sicherheit durch Technik

Wie ein Sprecher des Flughafens der Zeitung sagte, erhöhe man so sogar die Sicherheit. Denn dank den Kamerabildern sei es den Mitarbeitern in Zukunft möglich, zu zoomen und viel detaillierte Bilder zu erhalten, als wenn sie mit bloßem Auge aus dem Turm spähen. Auch im digitalen Kontrollturm der Zukunft sollen sie weiterhin einen 360-Grad-Blick vom Geschehen haben.

Bereits Australien, Schweden, Island und Norwegen hätten das System auf seine Funktionen geprüft, schreibt "The Independent".

Um den Flugsicherheitsmitarbeitern noch mehr Daten liefern zu können, werden zudem Mikrofone installiert, die in Echtzeit Geräusche liefern. Radaranlagen werden es ermöglichen, genau zu verfolgen, welche Flugzeuge sich wo im Raum befinden.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)

Korrektur anregen