Jared Kushner soll für Trump die USA managen - doch jetzt droht er, zur Gefahr für den US-Präsidenten zu werden

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EVIL JARED
Jared Kushner soll für Trump die USA managen - doch jetzt droht er zur Gefahr für den US-Präsidenten zu werden | Getty
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  • Laut einem Bericht der "Washington Post" rückt in der Russland-Affäre ein hochrangiger Berater im Weißen Haus ins Visier der Ermittler
  • Dabei soll es sich um Trumps Schwiegersohn Jared Kushner handeln

Schwiegersohn Jared Kushner ist für US-Präsident Donald Trump das menschliche Äquivalent eines Schweizer Taschenmessers. Auslandsreisen und Besuche von Staatschefs organisieren? Das soll Kushner machen. Den kompletten Regierungsapparat reformieren? Eine Aufgabe für den Schwiegersohn. Den Frieden im Nahen Osten herstellen? "Wenn du es nicht schaffst, schafft es keiner, Jared", sagte Trump.

Kushner ist all diesen Aufgaben - natürlich - nicht wirklich gewachsen. Eigentlich ist der Mann von Trumps Tochter Ivanka ein Scheinriese. Und womöglich sogar ein Krimineller.

Denn seit Freitagabend ist bekannt, dass die Ermittler zu Trumps Russland-Affäre einen "hochrangigen Berater des Weißen Hauses mit engen Verbindungen zu Trump" ins Visier genommen haben. Dafür kommen nur wenige Menschen in Frage - unter anderem eben Kushner.

Mehr zum Thema: Wie Trumps Schwiegersohn an seinen Aufgaben im Weißen Haus scheitert

Der Journalist Yashar Ali, der unter anderem für das "New York Magazine" und das Investigativ-Magazin "Mother Jones" schreibt, legte sich auf Twitter bezüglich der verdächtigten Person fest: "Es ist Jared Kushner. Ich habe das von vier Leuten bestätigt bekommen."

Kushners Verbindungen nach Russland

Doch was könnte Kushner belasten? Was macht ihn verdächtig?

Wie die "New York Times" berichtete, gab Kushner bei seiner Sicherheitsüberprüfung für Mitarbeiter des Weißen Hauses dutzende Kontakte mit ausländischen Regierungschefs und -mitarbeitern nicht an. Darunter war auch ein Treffen mit dem russischen US-Botschafter, Sergei I. Kisljak.

► Kushner traf sich laut dem US-Sender CNN auch mit Sergej Gorkow, dem Präsidenten der russischen VneshEconomBank. Gegen die Bank wurden seit dem Jahr 2014 Sanktionen verhängt. Gorkow selbst hat laut CNN enge Kontakte zum russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

► Im Weißen Haus läuft ein interner Machtkampf zwischen Kushner und Trumps Berater Stephen Bannon ab. Letzterer verlor diesen letztendlich - diskreditierte jedoch im Verlauf des Schlagabtauschs Kushner bei mehreren Mitarbeitern, wie die "New York Times" berichtete. Bannon erzählte demnach seinen Vertrauten, er glaube Kushner habe Kontakte zu den Russen und das daraus Schwierigkeiten erwachsen würden.

► Die Familie von Jared Kushner profitiert davon, dass Sohn Jared im Weißen Haus arbeitet. Ein von Trump unterzeichnetes Gesetz bietet reichen Investoren, die in den USA Geld in Immobilien anlegen, permanentes Aufenthaltsrecht. Nur Stunden nachdem es unterzeichnet wurde, lud die Firma, die Kushner bis Januar noch leitete, chinesische Investoren dazu ein, in eines ihrer Projekte zu investieren, berichtete die "New York Times".

Kushner wird vor dem Senat aussagen müssen

All diese Tatsachen machen Kushner verdächtig. Beweise für ein strafbares Vergehen sind sie nicht.

Und doch deuten einige Details darauf hin, dass Kushner in Schwierigkeiten stecken könnte - und mit ihm sein Chef und Schwiegervater Donald Trump. So wird Kushner vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen müssen.

Zudem macht die Aussage des republikanischen Senators Lindsey Graham stutzig, der nach einem Treffen mit dem stellvertretenden Justizminister Rosenstein von einer "strafrechtlichen Ermittlung" in Sachen Russland ausging. Geht es dabei um den "hochrangigen Berater des Weißen Hauses mit engen Verbindungen zu Trump", von dem die "Washington Post" schrieb? Geht es um Jared Kushner?

Das Weiße Haus hat sich zu den neuen Vorwürfen bisher nicht geäußert. Kushner selbst reiste am Samstag zusammen mit dem US-Präsidenten nach Saudi Arabien. Vor der Abreise hatte er noch einen auf Jahre laufenden Waffendeal im Wert von 110 Milliarden Euro mit dem arabischen Land auf den Weg gebracht.

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(ll)