Mit dieser Grafik zeigt die "Tagesschau", wie leicht man Menschen mit Statistiken in die Irre führen kann

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Statistiken können leicht manipuliert werden
  • Das zeigt die "Tagesschau" jetzt anhand einer Grafik
  • Aus Zahlen lassen sich leicht falsche Schlüsse ziehen

Sie sind ein Instrument von enormer Macht: Statistiken. Politiker und Medien nutzen sie gleichermaßen, um ihre Standpunkte zu unterstreichen. Doch stets stellt sich die Frage: Ist die Statistik wirklich glaubwürdig?

Nicht nur die mögliche Manipulation von Zahlen ist ein Problem, wie die "Tagesschau“ nun anhand einer Grafik verdeutlicht hat.

Vor allem lassen sich aus Zahlen leicht die falschen Schlüsse ziehen – und Zusammenhänge herstellen, die es eigentlich gar nicht gibt.

Um das deutlich zu machen, fertigte die "Tagesschau“ eine Grafik an, die den Zusammenhang zwischen dem Käsekonsum der Menschen pro Kopf und der Zahl der Todesfälle durch Verheddern im Bettlaken beweisen soll.

"Je mehr Käse Menschen pro Kopf zu sich nehmen, desto mehr von ihnen sterben, indem sie sich in Bettlaken verheddern - das ist ein mathematisch verifizierbarer Trend“, heißt es unter der Grafik.

Tatsächlich stehen diese beiden absurden Beobachtungen natürlich in keinerlei Zusammenhang.

Eine hohe mathematische Korrelation sei ein starkes Indiz für eine Entsprechung in der Realität, aber längst kein Beweis, erklären die Macher der Grafik.

Der US-Wissenschaftler Tyler Virgen habe noch mehrere dieser Beispiele zusammengetragen. Sie zeigen, dass es nicht reicht, zwei Merkmale gegenüberzustellen, um Schlüsse über einen Kontext zu ziehen.

Besonders im Falle von Kriminalitätsstatistiken lohnt sich mehrfaches Hinsehen – gerade wie rechte Parteien häufig versuchen, Zuwanderung als den einzigen Grund für eine ansteigende Zahl von Strafdelikten darzustellen.

So listet auch die "Tagesschau“ einen Täuschungsversuch der AfD: Im Januar stellte die Partei eine Statistik des Bundeskriminalamts in Frage, laut der Zuwanderer weniger Straftaten begangen hätten.

grafik

Die AfD argumentierte, die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen im selben Zeitraum sei gestiegen. Für die Rechtspopulisten ein Beweis für "Fake News“.

Die "Tagesschau“ hält dagegen, es lägen gleich zwei Fehler vor: "So bezieht sich die BKA-Statistik auf Taten, nicht Tatverdächtige - vergleichbar wären diese nur, wenn jeder Tatverdächtiger genau einer Straftat verdächtig wäre. In Relation auf die Anzahl der Zuwanderer ging die Zahl der Straftaten tatsächlich zurück.“

Zudem gehe es bei den BKA-Daten lediglich um aufgeklärte Fälle, nicht auf Verdächtige.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ks)

Korrektur anregen