Schwedische Ermittlungen gegen Assange werden eingestellt - Die Botschaft kann er trotzdem nicht verlassen

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ASSANGE
Schwedische Ermittlungen gegen Assange werden eingestellt | Peter Nicholls / Reuters
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  • Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen Whistleblower Assange ein
  • Es ging um Vorwürfe der Vergewaltigung
  • Bei Verlassen der Botschaft droht ihm jedoch weiterhin eine Verhaftung wegen Umgehen der Justiz

Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Das teilte Anklägerin Marianne Ny am Freitag in Stockholm mit. Weitere Informationen wollte die Behörde auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Assange hält sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um dem Haftbefehl wegen Vergewaltigung aus dem Jahr 2010 zu entgehen. Der Australier fürchtete, von Schweden aus in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine Verurteilung für die Enthüllungen seiner Plattform Wikileaks droht.

Ein Sprecher der Londoner Polizei teilte nun mit, dass Assange für den Fall, dass er die Botschaft verlässt, trotzdem verhaftet würde. "Das Amtsgericht von Westminster hat im Juni 2012 wegen Umgehen der Justiz einen Haftbefehl auf Assange ausgesetzt", heißt es in dem Statement.

Assanges Anwälte hatten immer wieder eine Aufhebung des schwedischen Haftbefehls beantragt. Nach langem Tauziehen um eine Befragung des Australiers zu den Vorwürfen hatten die schwedischen Staatsanwälte ihn vor einem halben Jahr in der Botschaft Ecuadors verhört.

Der Journalist Julian Assange gilt als maßgeblicher Mitgründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, die Einblick in unethisches Verhalten von Regierungen und Unternehmen verspricht.

Assange steht in der Kritik

Seinen Kritikern gilt der 45-jährige gebürtige Australier jedoch nicht nur als schillernde Persönlichkeit, sondern vielfach auch als selbstgefälliger Akteur, der mit der Veröffentlichung heikler Informationen sogar das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzt.

Bekannt wurde die Enthüllungsplattform unter anderem durch die Veröffentlichung von brisanten US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Eine der wichtigsten Quellen war dabei die US-Whistleblowerin Chelsea Manning.

Assange erklärte in der Vergangenheit stets, er befürchte, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Er blieb deswegen in der Londoner Botschaft Ecuadors.

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