Ein reicher Brite will in 40 Jahren die Massentierhaltung beenden - das ist sein Plan

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MASSENTIERHALTUNG
Ein britischer Vermögensverwalter will die Massentierhaltung beenden. | artist-unlimited via Getty Images
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  • Der Brite Jeremy Coller will das Ende der Massentierhaltung herbeiführen
  • Dafür hat er eine Organisation gegründet, der schon viele Investoren beigetreten sind
  • Die Investoren sollen Unternehmen unter Druck setzen, die Haltungsbedingungen der Tiere zu ändern

Wenn du dein Lebensziel mit Mitte 50 schon erreicht hast, musst du dir ein neues suchen: Der Brite Jeremy Coller zählt zu den erfolgreichsten Vermögensverwaltern der Welt - er kümmert sich um rund 15 Milliarden Euro.

Seit zwei Jahren widmet sich der 59-Jährige, der seit seinem elften Lebensjahr vegetarisch lebt, jedoch verstärkt einem anderen Anliegen: In den nächsten 40 Jahren will er das Ende der Massentierhaltung herbeiführen.

Eine Aufgabe, an der sich viele Aktivisten seit Jahren die Zähne ausbeißen. Doch Coller hat gegenüber Greenpeace, PETA und Co. einen großen Vorteil: Als Vermögensverwalter spricht er die Sprache derjenigen, die tatsächlich für eine Veränderung in der Fleischproduktion sorgen können: die der großen Investoren.

So argumentiert der 59-Jährige nicht allein mit Idealismus für ein Ende der Massentierhaltung, sondern vor allem aus finanziellen Gesichtspunkten.

Er spricht die Sprache der Investoren

Seine Initiative "Farm Animal Investment Risk and Return" (Fairr) hat es sich zur Aufgabe gemacht, große Investoren darüber aufzuklären, welche Risiken Massentierhaltung für die Rendite birgt: Gammelfleisch- oder Keimskandale führen zwangsläufig dazu, dass sich Konsumenten von Unternehmen abwenden.

Das wiederum hat zur Folge, dass der Aktienkurs des betroffenen Unternehmen einbricht und Investoren große finanzielle Verluste machen. Fairr will bezwecken, dass Investoren von diesen Risiken abgeschreckt werden und nicht nachhaltige Unternehmen vor die Wahl stellen: Umdenken oder Kapitalentzug.

Zuspruch aus aller Welt

Mehr als 70 Vermögensverwalter hat Coller schon für Fairr gewonnen, darunter internationale Fonds und Versicherungen, wie die kalifornische Investmentfirma Sonen Capital oder Australian Ethical mit Sitz in Canberra. Zusammen bestimmt das Netzwerk über ein Kapital von mehr als 1,8 Billionen Euro.

Auf der schwarzen Liste der Lebensmittelkonzerne, an die das Fairr Netzwerk appelliert, finden sich bekannte Umweltsünder wie Nestlé, Unilever und Kraft Heinz sowie dreizehn weitere Unternehmen.

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(ks)