Grünen-Politiker hält aufrüttelnde Rede über einen Krieg des Westens, den die meisten übersehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Wir sprechen über den Krieg in Syrien. Über die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Über den IS-Terror im Irak.

Doch eine der größten Krise unserer Zeit übersehen wir dabei immer wieder sträflich: Den Krieg im Jemen.

Grünen-Politiker Omid Nouripour hat am Donnerstag im Bundestag eine bewegende Rede über die Lage des arabischen Landes gehalten. Seine Partei hat gerade einen Antrag "für einen radikalen Kurswechsel in der Jemenpolitik“ vorgelegt.

Nouripour begann: "Der Jemen stirbt – still.“ Seit über zwei Jahren sehe die internationale Gemeinschaft tatenlos zu. 500.000 Kinder seien akut mangelernährt, könnten jeden Tag an Unterernährung sterben.

18 Millionen Menschen brauchen Hilfe

► Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen, die weite Teile vor allem im Norden des Landes kontrollieren, gegen die international anerkannte Regierung des Landes. Ein von Saudi-Arabien geführtes sunnitisches Militärbündnis bombardiert seit mehr als zwei Jahren Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Nachbarland.

► Diese Bombardements töteten auch immer wieder viele Zivilisten, so dass sogar der enge Verbündete USA im vergangenen Jahr forderte, die Luftangriffe einzustellen. Als Folge des Krieges im Jemen brauchen zwei Drittel der 27 Millionen Einwohner nach UN-Angaben dringend Hilfe.

Und die Deutschen? Sie schauen weg. Vor allem, weil aus dem Jemen kaum Flüchtlinge kommen, glaubt Nouripour.

Nouripour sei dankbar, dass das Auswärtige Amt viel tue, um den Konflikt zu beenden. Doch er fragt: "Reicht das?“

Während Saudi Arabien, und die Vereinigten Arabischen Emirate das "Rückgrat des Jemens weggebombt haben, und das mit europäischen Flugzeugen, mit deutschen Bombenanteilen“ habe die Bundesregierung sogar noch neue Waffenexporte in diese Länder genehmigt.

Im Video seht ihr die ganze Rede von Nouripour.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(jg)