5 Dinge, die ihr über den Mann wissen solltet, der Donald Trump zu Fall bringen könnte

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MUELLER
5 Dinge, die ihr über den Mann wissen solltet, der Donald Trump zu Fall bringen könnte | Getty
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Donald J. Trump hat Angst. Er fühlt sich in die Ecke gedrängt. Er wird nervös.

“Noch nie in der Geschichte ist ein Politiker so schlimm und unfair behandelt worden wie ich”, zeterte er am Dienstag. Am Mittwoch legte er auf Twitter nach: “Das ist die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der amerikanischen Geschichte!”

All diesen Aufruhr wegen einer Person, einem Mann namens Robert Mueller. Das US-Justizministerium hat ihn zum Sonderermittler zur Russland-Affäre der Trump-Regierung gemacht.

Wenn also die Ermittlungen gegen Trump eine Hexenjagd ist, dann ist Mueller der Hexenjäger - der Inquisitor. Und Trump hat allen Grund, ihn zu fürchten.

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Hier lest ihr die 5 wichtigsten Fakten, die ihr über den Mann wissen solltet, der Trumps Präsidentschaft beenden könnte.

1. Mueller war Direktor des FBI

Mueller war von 2001 bis 2013 unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama Direktor der US-Bundespolizei.

Als Terroristen von Al-Kaida am 11. September Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon steuerten, war Mueller gerade einmal eine Woche im Amt. Nach den Anschlägen baute das FBI die Anti-Terror-Arbeit massiv aus. 2011 saß Mueller mit im Situation Room, als Navy Seals Osama bin Laden töteten.

Mueller war der direkte Amtsvorgänger von James Comey, den Trump in der vergangenen Woche gefeuert hatte.

Kritiker werfen dem US-Präsidenten vor, Comey wegen der FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre entlassen zu haben. Trump gab später in einem Interview zu, er habe bei der Entlassung “dieses Russland-Ding” mit im Kopf gehabt.

Jetzt hat es Mueller im Kopf. Und es ist Trump, dem die Entlassung droht.

2. Mueller hat einen eisenharten Ruf

Mueller gilt als integer und unabhängig. Als einer, der als FBI-Chef oft Überstunden machte und dasselbe von seinen Mitarbeitern verlangte.

Die “Washington Post” schrieb unmittelbar nach seiner Berufung: “Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik.” Mueller lasse sich von niemandem einschüchtern. “Das ist die bestmögliche Wahl”, sagte Timothy Murphy, bis 2011 stellvertretender Direktor des FBI, der “New York Times”. Mueller sei “wahrhaftig unabhängig, unparteilich und er weiß ganz sicher, wie man richtig ermittelt.”

“Er steht niemandem in etwas nach”, sagte Murphy.

3. Mueller galt beim FBI als detailversessen

Die “New York Times” berichtet über eine Anekdote über Mueller, von der Analysten und Agenten der Bundespolizei berichten würden.

In der Geschichte ginge es um die Überwachung eines Verdächtigen in dessen Auto. Mueller sei bekannt dafür gewesen, alle möglichen Fragen zu seinen Zielpersonen zu stellen. Auf einmal habe er gefragt: “Welche Farbe hat das Auto?”

Nachdem ein Agent mit “rot” antwortete, soll Mueller nachgehakt haben: “Und in welcher Schattierung?”

4. Es ist nicht das erste Mal, dass Mueller sich mit dem Weißen Haus anlegt

Am 11. Mai 2004 ist Robert Mueller in einen politischen Showdown verwickelt. Wie das "Politico Magazine" berichtete, bat sein späterer Nachfolger, der damalige Stellvertreter des Generalstaatsanwalts James Comey, ihn in einer Nacht- und Nebelaktion um Hilfe.

Andrew Card and Alberto Gonzales, zwei Mitarbeiter des Weißen Hauses waren auf dem Weg in das Krankenhauszimmer von Comeys Vorgesetzten, John Ashcroft. In ihren Aktentaschen: Eine Order im Auftrag des Vizepräsidenten, die das NSA-Spionageprogramm STELLAR WIND absegnen sollte.

Ashcroft - eigentlich kaum einmal in der Lage, seinen Kopf zu heben - sollte diese unterschreiben - obwohl die Anwälte des Justizministeriums es für illegal erklärt hatten.

Mueller schritt ein: Der damalige FBI-Direktor schickte seine Leute auf Motorrädern zu Ashcroft, mit dem Auftrag, niemanden zu ihm zu lassen und auf Comey zu warten.

STELLAR WINDS wurde nicht unterzeichnet.

Glaubt man Thomas Pickard, einem von Muellers ehemaligen Stellvertretern beim FBI, war dieses Verhalten typisch für ihn. “Er gibt unter politischem Druck kein Stück nach”, sagte Pickard dem Portland Press Herald.

5. Mueller arbeitete zuletzt für eine Anwaltsfirma - mit Kunden aus der Trump-Familie

Nun ist dieser eisenharte, unbestechliche und detailversessene Ermittler also auf den Spuren Donald Trumps. Kein Wunder, dass der US-Präsident so willfährig auf Muellers Ernennung zum Sonderermittler reagierte.

Zumal ihm Mueller auch über seinen ehemaligen Wahlkampfleiter Paul Manafort sowie über seine Tochter Ivanka und ihren Mann Jared Kushner bekannt sein könnte. Sie alle wurden von der Anwaltsfirma WilmerHale vertreten - und genau bei der arbeitete Robert Mueller zuletzt.

Der neue Sonderermittler hat aber bereits angekündigt, sich von der Firma zu trennen, um keinen Verdacht der Befangenheit aufkommen zu lassen - und sich voll auf die Ermittlungen gegen Trump konzentrieren zu können.

Die Hexenjagd kann also beginnen.

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Mit Material der dpa

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