Mord mit Kreissäge beim Sex: 32-Jährige muss für über zwölf Jahre ins Gefängnis

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KREISSGENMORD
Eine Studentin hatte 2008 ihren Freund mit einer Kreissäge getötet - nun wurde sie zu 12 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt | Matthias Balk/dpa
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  • Im Prozess um den Kreissägen-Mord wurde am Freitag das Urteil gefällt
  • Das Urteil: Zwölf Jahre und sechs Monate Haft für die Angeklagte
  • Eine 32-jährige Münchenerin hatte ihren Lebensgefährten 2008 mit einer Kreissäge getötet

Weil sie ihren Freund mit einer Handkreissäge umgebracht hat, ist eine Studentin zu zwölf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht München sprach die 32-Jährige am Freitag des Totschlags an ihrem damaligen Lebensgefährten schuldig.

Damit folgte das Gericht dem Plädoyer der Verteidigerin, die im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft keine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes gefordert hatte. Nach Überzeugung des Gerichts hat die Angeklagte den Mann Ende 2008 in Haar bei München beim Sex mit der Kreissäge getötet.

Bis zum endgültigen Urteil war sich das Gericht uneinig - Mord oder Totschlag? Die Anklage hatte lebenslange Haft für die damalige Freundin des Opfers gefordert - wegen heimtückischen Mordes. Die Verteidigung hatte hingegen auf Totschlag plädiert und eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren beantragt.

Als Beweismittel galten der Staatsanwaltschaft unter anderem Aufzeichnungen der Studentin, die diese zwei Jahre nach der Tat angefertigt hatte. Darin schilderte sie das Verbrechen. Ihr Freund sei dabei ans Bett gefesselt gewesen. Weil er eine zugeklebte Taucherbrille trug, konnte er nichts sehen.

Das Tatmotiv der Studentin: Die Angst vor ihrem Lebensgefährten

Vor Gericht hatte die Pädagogik-Studentin das Verbrechen bereits gestanden. Die Umstände der Tat blieben allerdings bis zuletzt unklar. Als Tatmotiv gab die Angeklagte Angst vor ihrem Lebensgefährten an. Ihr damaliger Freund habe sie jahrelang gedemütigt und zu Sexspielen gezwungen, die sie nicht wollte.

Sie könne sich nach wie vor nur daran erinnern, "die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben", sagte sie in den vergangenen Prozesstagen vor Gericht. Wie es dazu gekommen sei, wisse sie nicht.

Für ihre Verteidigerin klang dies nach einer glaubhafte Aussage: "Damit sie überhaupt weiterleben kann, musste sie eine Strategie entwickeln, deswegen hat sie es erfolgreich verdrängt", sagte sie im Anschluss an ihr rund einstündiges Plädoyer.

Erst 2016 kam die Tat ans Licht. Mit ihrem neuen Freund hatte die Angeklagte den Toten im Garten ihrer Wohngemeinschaft vergraben. Der Verlobte sitzt deswegen bereits im Gefängnis.

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(jg)

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