"Maybritt llner": Bloggerin erklärt perfekt, warum Martin Schulz die Wähler davonlaufen

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MAYBRITT ILLNER
Screenshot ZDF
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  • Bei "Maybrit Illner" ging es um den Wahlkampf der SPD
  • Die Bloggerin Katharina Nocun erklärte, warum der "Schulz-Effekt" so schnell verpufft ist
  • CDU-Politiker Kauder nutzte das gleich aus

Bei "Maybrit Illner" ging es wieder um den Wahlkampf vor der Bundestagswahl. "Merkel oder Schulz - braucht Deutschland den Wechsel?", fragte die ZDF-Moderatorin.

Nach Ansicht der Bloggerin Katharina Nocun braucht Deutschland einen Wechsel - aber nicht hin zu Martin Schulz.

"Ich denke, dass viele Menschen sehr viel Hoffnung in dieses neue Gesicht gesetzt haben", sagte die ehemalige Politikerin der Piraten-Partei. Doch die Wähler seien nicht dumm, sie hätten schnell gemerkt, dass ein neues Gesicht keine neue Partei mache.

"Das haben wir verbockt!"

Sie rechnete gnadenlos mit dem neuen SPD-Chef ab. "Dass Martin Schulz so einer Euphorie in der SPD ausgelöst hat, sagt mehr über den Zustand der SPD als über Martin Schulz."

Die SPD müsste ihren Fehler aussprechen. Die Sozialdemokraten sollten eingestehen, dass sie daran beteiligt waren, dass mehr Menschen in Niedriglohnjobs arbeiten und junge Menschen in befristete Arbeitsverhältnisse geraten. Die Partei solle sagen: "Das haben wir verbockt!"

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Für sie sei die SPD aufgrund ihrer Haltung zu Freihandelsabkommen, Vorratsdatenspeicherung und Agenda 2010 "leider unwählbar" - obwohl sie der Partei alles Gute wünscht, da man sie für linke Mehrheiten brauche. Die Bloggerin sagte: "Wir brauchen mehr junge Gesichter - doch Schulz steht für die alte Politik.“

"Ich fühle mich vom SPD-Wahlkampf ratlos zurückgelassen"

SPD-Vize Thomas Opperman wollte das so nicht stehen lassen. In den letzten vier Monaten seien 18000 Leute in die SPD eingetreten, kontert er. "Das sind junge Menschen, mit denen wir einen tollen Wahlkampf machen werden!“

Aber von welchem Wahlkampf redet Oppermann eigentlich? Noch hat die SPD nur vage von sozialer Gerechtigkeit gesprochen - aber nicht konkret gemacht, mit welchen Versprechen sie in die Wahl ziehen will.

"Ich fühle mich vom SPD-Wahlkampf im Moment etwas ratlos zurückgelassen", sagt die Bloggerin. CDU-Politiker Volker Kauder nutzt die Gelegenheit: "Das geht nicht nur Ihnen so!", sagte der Vorsitzende der Unionsfraktion- und hatte die Lacher auf seiner Seite.

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(lp)

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