In Griechenland kommt das nächste Sparprogramm - trotz Krawallen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ATHENS
Gegen das Sparprogramm protestierten zahlreiche Griechen vor dem Parlamentsgebäude in Athen. | NurPhoto via Getty Images
Drucken
  • Am Donnerstagabend hat das griechische Parlament das nächste Sparprogramm angenommen
  • Bei Protesten gegen das Programm kam es zu Ausschreitungen
  • Die Opposition droht mit vorgezogenen Neuwahlen

Tausende Griechen protestierten diese Woche gegen die Regierungspläne eines neuen Sparprogramms. Sie gingen auf die Straße, legten die Arbeit für einen Streik nieder. Am Donnerstagabend schlugen in Athen die Proteste in Ausschreitungen um. Demonstranten schleuderten Feuerwerkskörper und Molotowcocktails, die Polizei antwortete mit Blendgranaten und Tränengas.

Trotzdem hat das Parlament das Sparprogramm am späten Donnerstagabend angenommen. Die Billigung des Sparprogramms war Voraussetzung für weitere Finanzhilfen der Geldgeber.

Die wichtigsten geplanten Einschnitte: Eine Kürzung der Renten ab 2019 um bis zu 18 Prozent, zudem eine Senkung des jährlichen Steuerfreibetrags ab 2020 um rund ein Drittel.

Opposition: Griechen vor harten Zeiten

Ministerpräsidenten Alexis Tsipras versicherte, mit diesem Programm könne Griechenland im Sommer 2018 wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Die Opposition bezeichnete dagegen seine Politik als einen "Alptraum". Den Griechen stünden harte Zeiten bevor.

Tsipras wies die Kritik zurück: Die Opposition rede ständig die Katastrophe herbei. "Nur, sie kommt nicht", sagte er.

Seine Politik werde im Sommer 2018 das Land aus der Krise und der Kuratel der Gläubiger herausgebracht haben, betonte der linke Regierungschef. Damit werde der Weg offen sein für eine Reduzierung des griechischen Schuldenberges.

Wann steht Griechenland auf eigenen Beinen?

Die Opposition warf Tsipras vor, bei den Verhandlungen mit den Gläubigern wertvolle Zeit verschwendet zu haben. Dies habe dazu geführt, dass Griechenland nun dieses neue Sparpaket brauche, um weiter hoffen zu können, irgendwann auf eigenen Beinen stehen zu können.

"Sie haben das Land an den Rand des Abgrunds gebracht", sagte der Chef der bürgerlichen griechischen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Kyriakos Mitsotakis, in der Debatte.

Jetzt müssten Bürger Steuern zahlen, die weniger als 500 Euro monatlich verdienten. Die Griechen erlebten mit dem neuen harten Sparprogramm einen "Albtraum". Tsipras sei "machtbesessen", fügte Mitsotakis hinzu.

Er forderte vorgezogene Wahlen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(bp)