Umfrage: Die Deutschen haben eine klare Meinung zu einem EU-Beitritt der Türkei

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ERDOGAN
Die Türkei und die EU entfernen sich immer weiter. | HUSEYIN ALDEMIR / Reuters
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  • Viele EU-Bürger wollen ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei
  • Das zeigt eine neue Studie
  • Insbesondere die Deutschen sprachen sich deutlich gegen den Beitritt aus

"Die Europäer erwarten von der Politik einen Schlussstrich unter den Beitrittsgesprächen mit der Türkei", sagt der Vorsitzende der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber. "Nach allem, was vorgefallen ist, kann es kein 'Weiter so' geben."

Neu veröffentlichte Zahlen geben dem CSU-Politiker Recht. Denn drei Viertel der EU-Bürger wollen ein Ende der Beitrittsverhandlungen mit dem zunehmend autoritärer werdenden Staat.

Das zeige eine von der Europäischen Volkspartei (EVP) in Auftrag gegebene Umfrage, berichtet die Zeitung "Bild". Für die Studie wurden je 1000 Bürger in neun großen EU-Staaten befragt.

Deutsche haben klare Meinung

Was auffällt: Insbesondere die Deutschen wollen, dass die Verhandlungen abgebrochen werden. Ganze 86 Prozent der Befragten gaben an, es sei "wichtig" oder gar "sehr wichtig", dass endlich festgestellt würde, "dass die Türkei nicht vollwertiges Mitglied der EU wird“.

Im Vorfeld des umstrittenen türkischen Referendums zur Einführung eines Präsidialsystems kam es zu schweren Verstimmungen zwischen Ankara und Berlin. Staatspräsident Erdogan warf den Deutschen wiederholt vor, sie seien Nazis.

Politiker seiner Partei trugen den Wahlkampf nach Deutschland, wo sie ausgewanderte Türken von einem Ja überzeugen wollten. Das kam in Deutschland nicht gut an.

Niederländer geben den Deutschen Recht

Auch die Niederländer sehen die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei als gescheitert. Es sprachen sich 84 Prozent der für die Studie befragten Niederländer dafür aus, klar zu machen, dass diese am Ende sind, berichtet die "Bild".

Am geringsten war der Zuspruch in Spanien mit 60 Prozent. Befragt wurden zudem Bürger in Frankreich, Irland, Italien, Polen, Rumänien und Schweden.

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