Trumps Russland-Affäre: Hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses im Visier der Ermittler

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DONALD TRUMP
Trump zu russischen Politikern: Comey-Entlassung hat "großen Druck wegen Russland" verschwinden lassen | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Eine ganze Reihe neuer Enthüllungen bringen Donald Trump in große Bedrängnis
  • Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses ist demnach ins Visier der Ermittler geraten
  • Zudem wurden die Ermittlungen ausgeweitet: Es wird ein Vertuschungsversuch der Trump-Regierung vermutet
  • Trump soll zudem russischen Politikern gesagt haben: Die Comey-Entlassung habe "großen Druck" verschwinden lassen

Die Spuren in der Russland-Affäre des US-Präsidenten Donald führen direkt ins Weiße Haus. Das berichtet die "Washington Post". Der Zeitung nach ist ein Mitarbeiter der Trump-Regierung eine Zielperson der Ermittler, die zu Donald Trumps Verbindungen nach Russland Untersuchungen anstellen.

Die "Washington Post" beruft sich auf "mit der Sache vertraute Personen". Diesen zufolge sei die Zielperson "ein hochrangiger Berater des Weißen Hauses mit engen Verbindungen zu Trump". Die Quellen der "Post" wollten demnach keine Namen nennen.

Der Journalist Yashar Ali, der unter anderem für das "New York Magazine" und das Investigativmagazin "Mother Jones" schreibt, postete jedoch auf Twitter, dass es sich bei der Person um Trumps Schwiegersohn handele: "Es ist Jared Kushner. Ich habe das von vier Leuten bestätigt bekommen."

Ermittler untersuchen Vertuschungsversuche durch das Weiße Haus

Von offizieller Seite gab es dafür am Freitagabend keine Bestätigung. Ein Sprecher des FBI verweigerte dem "Guardian" einen Kommentar: "Wir geben keine Auskunft zum Stand der Russland-Ermittlungen."

Laut Aussagen mehrerer US-Kongressabgeordneter beinhalten diese nun jedoch auch Untersuchungen, ob das Weiße Haus versucht hat, relevante Informationen und Vorgänge in der Sache zu vertuschen. Das berichtet die Mediengruppe McClathy.

Die Ausweitung der Ermittlungen sei eine Reaktion auf die Tatsache, dass Donald Trump laut Aussagen des entlassenen FBI-Direktors James Comey versucht hatte, diesen davon abzubringen, gegen seinen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu ermitteln. Flynn wurde wegen seiner Kontakte nach Russland des Amtes enthoben.

Trump zu russischen Politikern: Comey-Entlassung hat "großen Druck" verschwinden lassen

Am Freitagabend brachte auch die "New York Times" eine Enthüllung zu Trumps Russland-Affäre heraus. Demnach habe derUS-Präsident russischen Politikern im Oval Office des Weißen Hauses gesagt, die Entlassung des FBI-Direktors James Comey habe ihn von einem "großen Druck" befreit". Die "New York Times" beruft sich auf ein Dokument, dass ein Mitarbeiter des Weißen Hauses der Zeitung vorlas.

"Ich habe gerade den Chef des FBI entlassen", sagte Trump demnach. "Er war verrückt, ein richtiger Spinner." Trump habe laut der "NYT" weiter gesagt: "Ich habe wegen Russland unter großem Druck gestanden. Der ist jetzt verschwunden." Gegen ihn würde nicht ermittelt werden, sagte Trump.

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Die Unterhaltung hat laut der "New York Times" am 10. Mai stattgefunden - einen Tag nachdem Trump Comey vor die Tür setzte.

Aussagen legen Verdacht nahe, dass Comey wegen Russland-Ermittlungen gehen musste

Der Zeitpunkt und der Inhalt des Gesprächs legen laut der Zeitung den Verdacht nahe, dass Trump den FBI-Direktor doch wegen dessen Ermittlung zu der Russland-Affäre des Präsidenten entlassen hat.

Trump hatte die Entlassung tatsächlich während eines Fernsehinterviews in dieser Weise begründet. Mitglieder seines Regierungsstabs hatten jedoch andere Begründungen für Comeys Ablösung vorgeschoben.

Laut der "New York Times" sei das Memo, aus dem die Zitate Trumps stammen, die offizielle Aufzeichnung zu Trumps Treffen mit den russischen Abgeordneten. Ein zweiter Mitarbeiter der Weißen Hauses habe die Echtheit des Inhalts bestätigt.

CNN: Juristen des Weißen Haus erkundigen sich zu Rechtslage bei "Impeachment"

Zudem meldete der Nachrichtensender CNN am Freitagabend (Ortszeit), die Anwälte des Weißen Hauses bereiteten sich offenbar auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren (engl.: Impeachment) gegen Donald Trump vor.

Die Juristen hätten in den letzten Tagen Kontakt mit Rechtsexperten aufgenommen, die sich auf Amtsenthebungsverfahren spezialisiert haben. CNN beruft sich auf eine anonyme Quelle.

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