Donald Trump startet seine erste Auslandsreise – sie könnte für ihn zu einer Katastrophe werden

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DONALD TRUMP PLANE
4 Herausforderungen, die Trump auf seiner Reise meistern muss, um von seinen Skandalen abzulenken | Kevin Lamarque / Reuters
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In Washington D.C. steigt der Druck auf Donald Trump.

► Kritiker befürchten, Trump habe den FBI-Chef James Comey nur entlassen, weil dieser die Russland-Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam untersuchte. Deshalb wurde am Mittwoch mit Comeys Vorgänger an der FBI-Spitze, Robert Mueller, ein Sonderermittler, eingesetzt.

► Trumps Verantwortungsbewusstsein steht in Frage, nachdem der US-Präsident dem russischen Außenminister Sergej Lawrow geheime Geheimdienstinformationen weitergegeben hatte.

Jetzt startet der US-Präsident seine erste Auslandsreise. Die wäre schon ohne den innenpolitischen Wirbel heikel – doch nun wird sie, wie der US-Sender CNN analysiert, zu einem "Do or Die“-Trip für den Präsidenten.

Trump muss liefern – zum einen um von den Eskapaden in der Heimat abzulenken, zum anderen weil der US-Präsident seinen Wählern endlich eine außenpolitische Linie präsentieren muss.

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Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, viel anders zu machen als sein Vorgänger Barack Obama, präsentierte sich als harter Hund. Die Erwartungshaltung ist immens.

Wohin geht es?

Saudi-Arabien, Israel, die Palästinensischen Autonomiegebiete, der Vatikan, Italien, Brüssel und Sizilien. Trump verlässt die USA später als fast alle seiner Vorgänger der jüngeren Vergangenheit.

Wieso ist die Reise für Trump schwierig?

Für den US-Präsidenten wird die Reise auch ganz persönlich eine Herausforderung.

Trump ist am allerliebsten in einer Umgebung, die er gut kennt. Er hat als Präsident noch nie nicht im Weißen Haus oder in Mar-a-Lago übernachtet. Er isst eigentlich nur Bekanntes (Steak, well done, mit Ketchup).

Das macht diese bereits komplizierte Reise nicht einfacher. Das Magazin "Time“ schrieb, Trump bekomme grundsätzlich ein extra Bällchen Eis und immer eigens mehr Sauce. Das könnte bei anstehenden Staatsessen nicht gut ankommen.

Was will Trump erreichen?

Der US-Präsident soll den globalen Führungsanspruch der USA betonen. Trump wolle Menschen aller Religionen um eine Botschaft des Friedens und Fortschritts herum vereinen, sagt der nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster.

Deswegen: "Eine historische Reise.“

Sprecher Sean Spicer: Trump wolle mit seiner Reise beitragen, die Probleme der Welt zu lösen. Die Stationen seien Teil der "amerikanischen Wiederauferstehung“.

Länder und Runden sind allerdings so divers, dass es schwierig werden dürfte, eine klare Botschaft zu setzen.

Interessant ist das Zitat von McMaster: "Amerika zuerst hat nie Amerika allein gemeint.“

Von Trumps Isolationismus der frühen Tage ist keine Rede mehr. Aber wie will Trump internationale Kooperation denen verkaufen, die ihn wählten, weil er den Rückbezugs der USA auf sich selbst propagierte?

Stolperstein 1: Saudi-Arabien

Dass die Geburtsstätte des Islam ab Samstag Trumps erste Station ist, ist bemerkenswert. Riad ist den USA ein komplizierter Alliierter.

Saudi-Arabien und Iran sind die wichtigsten Regionalmächte in Nahost und Erzrivalen. Die USA wollen im Kampf gegen den Terror mehr von Saudi-Arabien, die Scheichs erhoffen sich von Trump mehr eigene Beinfreiheit. Sie sind zutiefst unglücklich mit dem Atomabkommen mit dem Iran - Trump ist diesbezüglich aber sehr still geworden.

Trump will eine robustere Partnerschaft mit den muslimischen Staaten. Es heißt, er wolle die muslimischen Staaten aufrufen, eine friedvolle Botschaft des Islam zu verbreiten. Andererseits wollen die USA von den Golfstaaten mehr im Kampf gegen den Islamischen Staat.

Dass Trump im absolutistisch regierten Saudi-Arabien Themen wie Demokratie und Menschenrechte anspricht, ist unwahrscheinlich. Riads Rolle für die regionale Stabilität ist ihm wichtiger. Zwei größere Gipfel stehen auf der Tagesordnung, angeblich könnte Trumpin Riad etwas wie eine arabische Nato fordern.

Problem eins benennt Anthony Cordesman vom Think Tank CSIS: "Russland liegt wie ein Schatten über dem Nahen Osten." Wenn Trump aber gerade mit irgendeinem Thema Probleme hat, dann mit Russland und den Vorwürfen, Moskau habe die US-Wahl 2016 beeinflusst.

Problem zwei: Die USA haben für eine der kompliziertesten Regionen der Welt nach wie vor keine kohärente Sicherheitsdoktrin.

Stolperstein 2: Israel

Jerusalem, Montag und Dienstag, keine 24 Stunden. Einer der anspruchsvollsten Teile der Reise für Trump und seine rund 1000-köpfige Delegation. Dass er kommt und auch noch so früh, wird ihm hoch angerechnet.

Trump versprach Israel, das unter Barack Obama stark abgekühlte Verhältnis werde sich grundsätzlich verbessern. Themen wie der Siedlungsbau, der Konflikt mit den Palästinensern oder der Sitz der US-Botschaft (Tel Aviv oder Jerusalem) sind aber so kompliziert, dass Trump kaum fertige Konzepte haben kann. Trotzdem gab er sich erst vor Tagen überzeugt: "Wir kriegen das hin."

Trump will auch die Klagemauer besuchen und Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte. Seine Berater hoffen inständig, dass er sich in all seiner Spontaneität ans Protokoll halten möge. "Alle werden auf ihn schauen", schrieb die Tageszeitung "Haaretz".

Trump sah sich früher aus verschiedenen Gründen mit Vorwürfen des Antisemitismus konfrontiert.

Nach Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Reuven Rivlin shuttelt Trump am Dienstag mit dem Helikopter nach Bethlehem. Ein Wiedersehen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Diese Station schwächte die in Trump gesetzten Hoffnungen der israelischen Regierung.

Möglicherweise wird Trump Netanjahu und Abbas nach Washington einladen. Oder in seinen Club nach Florida, mag ihm doch eine Neuauflage von Camp David in Mar-a-Lago vorschweben. "Ein gerechter und anhaltender Frieden ist das Ziel", sagte McMaster.

Stolperstein 3: Vatikan


Dienstagabend dann der erste Touchdown in Europa. Am Mittwoch werden zwei Männer aufeinander treffen, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Donald Trump und Papst Franziskus.

"Größten Respekt" habe der Präsident für den Papst, heißt es. Ob das andersherum auch so ist? Ein Treffen im Vatikan ist ein immens bildstarker Termin. Trump wird ihn nutzen wollen. Wird er aus dem Petersdom twittern?

Es sind viele Fettnäpfchen denkbar, in die der US-Präsident tappen könnte.

Stolperstein 4: Nato-Verhandlungen

Vom Vatikan, Zentrale der ältesten Organisation der Welt, geht es ins Hauptquartier einer viel jüngeren, anders mächtigen. In Brüssel, bei der Nato, steht eine Versicherung der US-Verpflichtungen an.

Es geht um die Verteidigungsausgaben und den Kampf gegen den Terrorismus. Formale Beschlüsse gibt es nicht.

Doch Trump wird im Kreuzfeuer stehen, denn er hatte sich in den vergangenen Monaten mehrmals abschätzig über das Bündnis geäußert.

Und dann geht es auch noch zur G7...

Das G7-Format ist wie die Schrankwand des Westens. Eiche massiv. Schon immer da gewesen, etwas aus der Zeit gefallen - aber wohin sollte man mit all den Dingen, wenn man sie entsorgte?

Seit Jahren wird der Sinn der G7-Runde hinterfragt. Eine der wichtigsten Antworten aus Regierungen der großen Industriestaaten: Man solle nicht unterschätzen, wie wichtig persönliche Kontakte seien.

Themen sind unter anderem die Wirtschaft, Nordkorea, Afghanistan, der Nahe und Mittlere Osten. Trump, in Taormina auf Sizilien einer von vier Neuen, könnte nach Angela Merkels Besuch im Weißen Haus aber auch eine Scharte auswetzen: mit einem richtig festen Handshake.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(ks)

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