"Diktatur von Frauen": Markus Lanz quetscht Bosbach über sein schwieriges Verhältnis zu Merkel aus

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LANZ BOSBACH
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"Merkels Quälgeist": So betitelte der "Spiegel“ den CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach einst. Weil er als unnachgiebiger Kritiker der Kanzlerin in der Union jahrelang für eine konservativere Linie kämpfte. Im August vergangenen Jahres gab Bosbach seinen Rückzug aus der Politik bekannt.

Doch erst gewann er mit der CDU in Nordrhein-Westfalen noch die Landtagswahl. In der Talkshow von Markus Lanz sprach Bosbach jetzt über seine Zeit unter der CDU-Vorsitzenden Merkel. "Ich muss mich.. äh.. ich darf mich seit 17 Jahren von einer Frau leiten lassen", erklärt Bosbach bereits zu Beginn der Sendung lächelnd.

"Ich kenne nichts anderes", schiebt er nach. Lanz stichelt: "Die Diktatur von Frauen ist Ihnen doch geläufig. Wie viele Töchter haben Sie?“

Bosbach erzählt: "Drei Töchter, eine Ehefrau plus Schwiegermutter.“ Das gebe auch immer wieder Konflikte – zum Beispiel beim Fernsehgucken. "Wenn ich mal Champions-League gucken möchte oder Euro-League, dann erklären mir die Damen 'Heute läuft 'Promi-Shopping-Queen' oder 'Germany’s next Topmodel’."

Lanz: "Was ist, wenn Merkel fragt?"

Dann sage seine Frau immer: "Dann nimm dir doch das Spiel auf.“ Das käme für Bosbach allerdings nicht in Frage.

Jetzt wollte Lanz es nochmal genauer wissen: Könnte sich Bosbach nicht doch ein Amt in der Politik vorstellen? Jetzt könnte er doch Innenminister in Nordrhein-Westfalen werden.

Ja, Armin Laschet habe sich redlich darum bemüht, ihn für dieses Amt zu gewinnen, erklärt Bosbach, "ich wäre es gerne geworden, ich bin es nicht geworden, vor 5 oder 10 Jahren hätte ich auch gerne in Nordrhein-Westfalen 'Ja' gesagt.“

Bosbach zeigt ganz offen, dass er sich immer ein Amt auf Bundesebene gewünscht hätte. "Wenn Frau Merkel fragt?“, will Lanz wissen. Der Moderator ist nicht der erste, der Bosbach als konservative Wahlkampfhilfe für die Kanzlerin ins Spiel bringt.

Bosbach verneint. Für ein "Kompetenz-Team“ stehe er allerdings zur Verfügung. "Ohne Amt, ohne Mandat gerne.“ Merkel habe allerdings nicht angerufen – und damit rechne Bosbach auch nicht. "Die CDU braucht mich nicht in diesem Team“, erklärt er.

"Doch", sagt Lanz. Der ZDF-Mann ist sicherlich nicht der einzige, der das findet.

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(bp)

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