Forscher haben ein neues Verhütungsmittel für den Mann entdeckt

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CONTRACEPTIVE
Die Forscher wollen den Spermien den Antrieb rauben. | BSIP/UIG via Getty Images
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  • Forscher haben einen neuen Weg gefunden, um Spermien von der Befruchtung der Eizelle abzuhalten
  • Mangos, Trauben und Oliven enthalten einen Stoff, der genau das bewirkt
  • Die Wissenschaftler arbeiten nun an einem Verhütungsmittel für den Mann und die Frau

Schon die alten Römer, Griechen und Ägypter wussten: Männer, die trotz Geschlechtsverkehr nicht Vater werden wollen, müssen verhindern, dass das Sperma den Weg in den Körper der Frau findet. Dazu stülpten sie aus Leinen und Tierblasen gefertigte Kondome über. Heute sind diese zwar aus Kunststoff oder Latex gefertigt. Viel geändert hat sich bei Verhütungsmitteln für den Mann über die Jahrhunderte hinweg sonst aber nicht.

Doch jetzt arbeiten Forscher an einer neuen Verhütungsmethode für Männer. Dabei wollen sie den Spermien den Weg zur Eizelle der Frau nicht blockieren, wie das bei Kondomen der Fall ist.

Stattdessen setzen die Forscher auf "Catsper". Dies ist ein sogenannter Ionenkanal, erlaubt also Ionen (elektrisch geladene Teilchen), Zellmembrane zu durchdringen. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Catsper in Spermien Kalzium-Ionen eindringen lässt. Spermien brauchen Kalzium-Ionen als Antrieb, um den Weg in die Eizelle zu finden, schreibt das Technologiemagazin "Wired".

Doch "Catsper" wird nur aktiviert und lässt die Ionen eindringen, wenn die Spermien in die Nähe der weiblichen Eizelle schwimmen.

Pflanzenstoffe sind Verhütungsmittel

Deshalb haben sich die Wissenschaftler der Universität Berkeley gedacht: Mit welchen Stoffen können wir verhindern, dass Catsper aktiviert wird? Die überraschende Antwort: Es sind Stoffe von Pflanzen, die wir Menschen schon seit Jahrhunderten essen.

Mangos, Trauben und Oliven enthalten Lupeol, das sich einsetzen lässt, um Spermien den Antrieb zu rauben. Auch der Stoff Pristimerin, der sich in einigen Kräuter finden lässt, soll in der Lage sein, Spermien Schachmatt zu setzen.

Der Molekularbiologe Erwin Goldberg von der Northwestern University zeigte sich gegenüber "Wired" begeistert von der Entdeckung: "Seit der Erfindung des Kondoms haben wir eigentlich nichts Neues mehr gesehen, um Männern das Verhüten zu ermöglichen." Dass die Berkeley-Forscher nun herausgefunden haben, wie sich "Catsper" ausschalten lässt, sei ein echter Fortschritt.

Die Berkeley-Forscher machen weiter

Die Berkeley-Forscher wollen weitermachen, um ein neues Verhütungsmittel für den Mann zu entwickeln. Bereits testen sie die identifizierten Substanzen an Affen. Sie wollen untersuchen, wie lange sich mit den Stoffen Spermien außer Gefecht setzen lassen.

Das Ziel der Wissenschaftler ist es, ein Verhütungsmittel zu entwickeln, das sowohl Männer als auch Frauen verwenden können. Bereits in den nächsten drei Jahren wollen sie dazu eine Firma gründen und ein marktfähiges Produkt entwickeln.

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(bp)

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