Kurze Aufmerksamkeitsspanne: Donald Trump liest Mitteilungen nur ganz, wenn sein Name oft darin vorkommt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP READS
US-Präsident Donald Trump tritt am Wochenende seine erste Dienstreise an. | Kevin Lamarque / Reuters
Drucken

In der nächsten Woche wird Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise aufbrechen. Es geht nach Saudi Arabien, Israel und in den Vatikan.

Die Berater des US-Präsidenten machen sich schon vor dem Trip Sorgen. Sie befürchten, dass Trump auf der Reise durch seine undiplomatische Art Schaden anrichten könnte.

Um sicherzustellen, dass Trump die Sicherheitsbriefings vor der Reise auch wirklich liest, greift sein Stab deshalb zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Sie bringen seinen Namen in so vielen Paragraphen wie möglich unter. “Wenn sein Name darin vorkommt, erhöht das die Chance, dass er weiter liest”, zitiert die Presseagentur Reuters einen Berater.

Trump mag es kurz und knackig

Dass Donald Trump eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne hat, ist schon seit längerem bekannt. Es gab sogar Gerüchte, dass er eine Leseschwäche haben könnte. Angestellte des Weißen Hauses berichten, dass der Präsident kurze Memos bevorzugt, am liebsten solche, die bebildert sind oder Infografiken beinhalten.

“So kann er sich die Dinge besser vorstellen”, erklärt ein Regierungsbeauftragter. “Der Mann ist schließlich Bauherr. Er hat sein ganzes Leben damit zugebracht, Baupläne und Entwürfe zu studieren.”

Trumps Reise erfordert diplomatische Höchstform

Am Wochenende tritt der US-Präsident seine 9-tägige Dienstreise an. Er wird vor allem Staatsoberhäupter im Nahen Osten und Europa besuchen. Um diplomatisches Geschick zu beweisen, besonders in Ländern, deren politische Situation angespannt ist, muss Trump auf dem aktuellen Stand sein.

Ein hochrangiger republikanischer Politiker, der lieber anonym bleiben wollte,
äußert jedoch Zweifel daran, dass der Präsident die Nuancen des Israel-Palästina Konfliktes ausreichend verstanden hätte. “Ich denke, dass es eine große Herausforderung wird und ich hoffe, dass er sich mit vielen klugen Köpfen unterhält."

"Trump hat ein Aufmerksamkeitsdefizit"

Trump-Biograph Michael D’Antonio, der den 70-Jährigen bereits fünf Mal interviewte sagte einmal: “Er hat definitiv ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom”. Über seine Intelligenz sage das zwar nichts aus, aber es bedeute, “dass er nicht gut darin ist, längere Zeit über ein und dasselbe Thema zu sprechen.”

Trump selbst äußerte sich vergangenes Jahr in einem Interview mit dem “Time” Magazin wie folgt zu dem Verdacht: “Meine Aufmerksamkeitsspanne ist so lang, wie sie es sein muss.”

Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost UK und wurde ins Deutsche übersetzt von Anna Rinderspacher.

Mehr zum Thema: Trump ist eine Zumutung. Aber was nach ihm kommen könnte, wäre noch schlimmer

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(jg)

Korrektur anregen