Unter der Erde Südkoreas machen Forscher einen Fund - er bewahrheitet eine schlimme Befürchtung

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GYEONGJU
Unter der Mauer des Gyengjou-Tempels in Südkorea machten die Forscher eine unheimliche Entdeckung. | iStock
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Bei einer archäologischen Grabung in Südkorea haben Forscher eine unheimliche Entdeckung gemacht.

Unter den Mauern der berühmten Banwolseon- oder Moon-Festung in Gyeongju im Südosten Südkoreas fanden sie zwei Skelette aus dem fünften Jahrhundert vor Christus.

Ein Opfer für die Götter

"Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass es sich bei den beiden Toten um Menschenopfer handelt“, sagte Choi Byung-hyun, Archäologe an der Soongsil Universität, in einem Interview mit dem "Korean Herald“.

Die Forscher fanden die Skelette unter einer Mauer, Seite an Seite nebeneinanderliegend.

Nach Aussagen der Forensiker handelt es sich bei den Toten um einen 1,66 Meter großen Mann und eine 1,59 Meter große Person, dessen Geschlecht die Experten noch nicht genau ermitteln konnten. Die Forscher gehen aber davon aus, dass es sich um eine Frau handelt.

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Wurden die Menschen lebendig begraben?

Die Archäologen sind sicher, dass die Menschenopfer zwar zum Zeitpunkt ihres Todes bewusstlos waren, aber noch am Leben waren. Auf welche Weise die beiden Opfer genau starben, ist noch unklar.

Laut den Wissenschaftlern gibt es jedoch keine Hinweise auf Widerstand oder eine Gewalteinwirkung.

"Hier handelt es sich um den ersten Beweis dafür, dass die Überlieferungen stimmen, dass auch für den Erfolg von Bauvorhaben Menschen geopfert wurden“, sagte Choi Moon Jung, Sprecherin des nationalen Altertumsinstituts von Gyeongju, der Nachrichtenagentur AFP.

Ein grausamer Ritus aus alter Zeit

Die Beerdigung von lebenden Opfern als Diener an der Seite von toten Herrschern war in alten koreanischen Kulturen üblich.

Gyeongju war unter dem Namen Seorabol – auch Geumseong (Goldfestung) genannt – die Hauptstadt des alten Königreichs Silla und auch des Vereinigten Sillareichs. Es umfasste fast ganz Korea. Die historischen Stätten und der Tempel Bulguska gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Menschenopfer kamen in fast allen prähistorischen Kulturen der Welt vor. Von China bis Südamerika finden sich Belege für die rituellen Morde.

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Menschenopfer gab es auch in Europa

Auch im alten Europa wurden Menschenopfer-Rituale praktiziert. Selbst im Alten Testament finden sich Hinweise auf sogenannte Bau- oder Fundamentopfer. So soll Hiel aus Bethel als Preis für den Wiederaufbau der kanaanäischen Stadt Jericho seine beiden Söhne geopfert haben, um die Götter zufriedenzustellen.

Heute werden Menschenopfer offiziell in keinem Land der Erde mehr toleriert; sie werden als Mord geahndet.

Es gibt allerdings schwer nachprüfbare Berichte und Erzählungen über vereinzelte Menschenopferungen bei einigen meist traditionellen Religionsgemeinschaften in Afrika, Tansania, Indien oder Peru.

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(lk)