Neue Studie: Deshalb ist Rechtsextremismus insbesondere ein ostdeutsches Problem

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NAZI SAXONY
Insbesondere im Osten Deutschlands ist Rechtsextremismus verbreitet. | Jens Schlueter via Getty Images
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  • Eine neue Studie nennt die Gründe, warum insbesondere Ost-Deutschland von Rechtsextremen heimgesucht wird
  • Die Forscher haben zwei Faktoren identifiziert
  • Nach der Wende habe es einen regelrechten "Export" von Rechtsextremismus

Rechtsextreme machen den Hitlergruß, gehen gegen Kritiker los oder werfen gar Brandbomben auf Asylunterkünfte. Insbesondere Ostdeutschland ist betroffen. Warum ist die extreme Rechte dort so verbreitet?

Forscher der Universität Göt­tin­gen sind dieser Frage nachgegangen. Das Fazit ihrer Studie: Rechtsextremismus ist nicht ausschließlich ein ostdeutsches Problem. Doch es werde befördert durch "Faktoren, die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind".

Das sind die wichtigsten Faktoren:

► Eine "Über­hö­hung des Ei­ge­nen, Säch­si­schen, Ost­deut­schen, Deut­schen in Bezug auf die kri­sen­haft wahr­ge­nom­me­ne Auf­nah­me von Flüch­ten­den“ sei in Sachsen ein Problem.

► "Auf­fäl­lig ist, dass an­ti-ame­ri­ka­ni­sche Res­sen­ti­ments sowie das Miss­trau­en gegen ‘den Wes­ten‘ in der Re­gi­on Dres­den be­son­ders stark ver­brei­tet sind“. Zudem gebe es eine "ge­fühls­mä­ßi­ge Bin­dung an Russ­land" sowie eine "Ab­leh­nung des US-ame­ri­ka­ni­schen ‘Im­pe­ria­lis­mus‘", die im Raum Dresden historisch gewachsen und überaus stark sein soll.

Das schreibt die "Bild" über die Forschungsstudie, die heute Donnerstag von der Bun­des­be­auf­trag­ten für die neuen Bun­des­län­der, Iris Glei­cke (SPD), vor­ge­stellt wird.

"Rechtsextremismus-Exports" von West- nach Ostdeutschland

Doch der Rechtsextremismus ist nicht nur ein Problem Ostdeutschlands. Nach 1989 soll es einen regelrechten "Rechtsextremismus-Export" von West- nach Ostdeutschland gegeben haben.

"Der An­teil der alten Bun­des­re­pu­blik an der Schlag­kraft der ost­deut­schen Szene ist kaum hoch genug ein­zu­schät­zen“, zitiert die "Bild" die Autoren der Studie.

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(bp)

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