Nordkorea vermietet Gebäude in Berlin - und schuldet dem Land jetzt 10 Millionen Euro

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KIM JONG UN
Die nordkoreanische Regierung unter Kim Jong-Un hat zehn Millionen Euro Steuerschulden beim Land Berlin | Damir Sagolj / Reuters
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  • Nordkorea hat immense Steuerschulden beim Land Berlin
  • Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" liegen diese bei knapp zehn Millionen Euro
  • Es geht dabei um Gebäude der nordkoreanischen Botschaft in Berlin

Nordkorea und seine Diplomaten finanzieren sich zuweilen auf höchst ungewöhnliche Weise. Dazu gehören kriminelle Geschäfte wie Drogenhandel und Falschgeldproduktion.

Auch in Deutschland versucht das Regime Geld zu machen. Durch - bisher legale - Vermietung von Immobilien in Berlin. Nun allerdings berichten “Süddeutsche Zeitung”, NDR und WDR, dass Nordkorea es mit dem Steuerzahlen offenbar nicht so genau nimmt.

In Regierungskreisen soll von insgesamt zehn Millionen Euro Steuerschulden beim Land Berlin die Rede sein.

Die nordkoreanische Botschaft vermietet den Berichten nach seit dem Jahr 2004 Gebäude, die noch aus der Zeit der DDR stammen. Die Immobilien in lukrativer Lage wurden den Diplomaten offenbar zu groß. Heute sind neben den Botschaftseinrichtungen ein Hostel und ein Kongresszentrum darin untergebracht.

Nach Berichten der “SZ” erhielt das Land knappe 40.000 Euro Miete monatlich für das Hostel in der Innenstadt, ohne sie zu versteuern.

Erst nach einem Rechtsstreit akzeptierte die nordkoreanische Regierung die Zahlungen

Nun vermittelt das Auswärtige Amt zwischen der nordkoreanischen Botschaft und der deutschen Hauptstadt. Vereinbart wurde dabei laut “SZ” eine Ratenzahlung von zirka 7000 Euro monatlich.

Die Zahlungen wurden allerdings erst nach einem Rechtsstreit zwischen Berlin und Pjöngjang akzeptiert - da hatte Nordkorea schon einen großen Schuldenberg angehäuft.

Nordkorea verwendet die Gelder für das Atom- und Raketenprogramm

Da Beobachter annehmen, dass Nordkorea das Geld, das es erwirtschaftet, auch in sein von den UN sanktioniertes Atomwaffenprogramm steckt, will die Bundesregierung die Vermietung künftig verbieten.

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Markus Ederer sagte der “SZ”: “Es geht darum, die Finanzquellen dieses Nuklearprogramms noch konsequenter auszutrocknen”.

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(sk)

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