"Besoffen von sich selbst": Lanz provoziert SPD-Politikerin Barley – irgendwann gibt die es auf

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BARLEY
"Besoffen von sich selbst": Lanz provoziert SPD-Politikerin Barley – irgendwann gibt die es auf | ZDF
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ZDF-Moderator Markus Lanz war am Mittwochabend auf Krawall gebürstet. In seiner Sendung begrüßte er unter anderem die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley – und begann schon nach wenigen Minuten, gegen die Politikerin zu sticheln.

Lanz wollte von Barley wissen, ob sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mit seiner siegessicheren Rhetorik verzockt habe. Schulz hatte noch kurz vor der Landtagswahl in NRW erklärt, die bisherige SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werde die Wahl wieder gewinnen – und er werde im September Bundeskanzler werden. Doch die SPD verlor die Landtagswahl.

"Besoffen von sich selbst“, sei Schulz gewesen, provozierte Lanz.

"Die Vermengung dort ist keine inhaltliche, sondern eine stimmungsmäßige“, sagte Barley vage, "das ist im Moment auch das Problem.“ Die Rhetorik sei der "Dynamik“ geschuldet, die in Wahlkampfjahren eben herrsche.

"Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt sprang Lanz zur Seite. Er sagte über die Sprüche von Schulz: "So ein Fehler wäre Frau Barley nie passiert. Das muss man einfach mal so sagen.“

Lanz: "Das ist nicht das Thema"

Moderator Lanz sagte weiter, es gebe "doch so etwas schönes wie den Konjunktiv“. "Man könnte doch mal verrückter Weise sagen 'Wenn ich Kanzler werden würde ...’“.

"Sie werden verstehen, dass ich nicht über Ihre wunderbare Sendung meinem Parteivorsitzenden Ratschläge geben werde“, antwortete Barley noch milde lächelnd. "Das werden Sie nicht wirklich verlangen.“ Wer für das Bundeskanzleramt kandidiere, müsse es eben "wirklich, wirklich wollen“.

Als Barley gerade anfangen wollte, über das Wählerpotenzial der SPD zu philosophieren, unterbrach Lanz wieder schroff: "Das ist nicht mein Thema.“

Es gehe ihm um die Sprache.

Barley erklärte, die Rede, in der Schulz triumphierend zwei Wahlsiege angekündigt hatte, sei eine Ansprache vor der Parteibasis gewesen. Dort spreche man "natürlich anders“.

Irgendwann gibt Barley es auf

"Aber da laufen Kameras und ich höre dann auch zu“, insistierte Lanz. Er kenne den SPD-Kandidaten aus seiner Sendung und diese Rhetorik passe nicht zu ihm. Dazu sei Schulz "zu nett“.

Jetzt setze Barley zu einer ehrlichen Erklärung an: "Ein Wahlkampf ist auch eine sehr emotionale Sache und dass da mal was mit einem durchgeht ...“

Lanz unterbrach: "Also, Sie fanden es auch nicht gut?“

Da reichte es Barley. "Oh, Herr Lanz“, sagte sie nur noch und schwieg dann. Das Publikum lachte und auch die SPD-Generalsekretärin konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Auch wenn sie den Moderator inhaltlich nicht überzeugen konnte, zeigte sie zumindest, dass die SPD auch noch bescheiden und sympathisch kann.

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(sk)

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