EU-Kommission brummt Facebook Strafe von 110 Millionen Euro auf - der Grund ist Whatsapp

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MARK ZUCKERBERG
EU-Kommission will Facebook Millionenstrafe aufbrummen - der Grund ist Whatsapp | Stephen Lam / Reuters
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  • Die EU-Kommission verhängt eine Strafe von 110 Millionen Euro gegen Facebook
  • Der Grund sind "irreführende" Angaben beim Whatsapp-Deal 2014
  • Facebook habe die EU-Kommission über den Abgleich der Nutzerdaten zwischen den beiden Diensten getäuscht

Für Facebook hat sich der Deal ausgezahlt: Für 19 Milliarden Dollar kaufte Mark Zuckerberg 2014 den Messenger Whatsapp - und aus einem sozialen Netzwerk wurde ein Imperium.

Doch jetzt könnte der Kauf zum Bumerang werden: Die EU-Kommission hat Facebook mit einer Strafe wegen irreführender Angaben bei der Whatsapp-Übernahme mit einer Strafe über 110 Millionen Euro belegt. Die Höhe der Geldbuße begründete Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit der abschreckenden Wirkung.

Immerhin: Die Zustimmung zu dem Deal werde die EU-Kommission aber nicht zurückziehen.

Strafe von 110 Millionen Euro

Die Kommission hätte eine Strafe von bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes verhängen können, bei Facebook wären das 276 Millionen Dollar für das vergangene Jahr.

Die Brüsseler Behörde sieht sich von Facebook getäuscht. Das weltgrößte Online-Netzwerk habe aus Sicht der Kommission im Verfahren zur Freigabe des Whatsapp-Deals "falsche oder irreführende Angaben gemacht", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Dezember.

Es geht um das, was den Deal für Facebook so lukrativ macht: die Daten der Nutzer. Facebook habe damals angegeben, dass es nicht möglich sei, einen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten der beiden Dienste einzurichten, sagt die Kommission.

Widerstand europäischer Datenschützer

Im August 2016 hatte Facebook jedoch angekündigt, künftig die Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. Das führte zu massivem Widerstand europäischer Datenschützer - in Europa liegt das Verfahren auf Eis.

Die Kommission geht davon aus, dass die Möglichkeit zum Abgleich der Daten bereits während des Prüfverfahrens bestand. Facebook betonte stets, man habe korrekte Angaben über technische Fähigkeiten und Pläne gemacht.

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Mit Material der dpa.

(sk)