Riesen-Zoff um Fußballer: Mit diesem Brief wollten die Türken Jogi Löw hinters Licht führen

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JOGI LOEW
Riesen-Zoff um Fußballer: Mit diesem Brief wollten die Türken Jogi Löw hinters Licht führen | Reuters
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Fußball-Nationaltrainer Jogi Löw hat sein Aufgebot für den Confed Cup in Russland nominiert. Jetzt sorgt eine Personalie im Kader für Ärger.

Denn auf den 23-jährigen Hoffenheimer Mitteldfeldspieler Kerem Demirbay waren auch die Funktionäre der türkischen Nationalmannschaft scharf.

Zum Hintergrund: Spieler, die noch keine Pflichtspiele für eine A-Nationalmannschaft absolviert haben und Wurzeln in einem anderen Land haben, können theoretisch für beide Nationen auflaufen. Das erfordert jedoch eine rechtliche Prüfung.

Und die wollten die Türken im Falle Demirbay unbedingt. Der hat zwar keinen türkischen Pass, aber türkische Wurzeln.

Deshalb schickte der türkische Fußballverband dem Profi im Mai einen vorformulierten Brief, der der "Bild“-Zeitung vorliegt.

Darin steht:

"Meine Familie kommt aus der Türkei, und ich fühle mich türkisch. Es ist wichtig für mich, dass ich für meine Nation und die türkischen Fußballteams spiele."

Und weiter:

"Deshalb will ich statt für die deutsche künftig für die türkische Nationalmannschaft spielen. Ich bin mir bewusst, dass der Wechsel endgültig ist."

Demirbay unterschrieb. Wie er jetzt sagt, weil er glaubte, dass es nur um eine juristische Prüfung der Möglichkeit gehe, auch für die Türkei zu spielen. Er habe sich nun nämlich "ganz bewusst für die deutsche Nationalmannschaft entschieden und dies Herrn Löw am Dienstagabend mitgeteilt".

Die Türken werden das wohl kaum akzeptieren. Es droht Ärger. Auch weil die Türkei laut "Bild" behauptet, Demirbay habe beide Staatsbürgerschaften.

Bundestrainer Löw zumindest zeigte sich bislang gelassen: "Kerem hätte auch für die Türkei spielen können. Ich bin froh, dass er sich für uns entschieden hat."

Und auch Demirbay will von einer Karriere in der türkischen A-Elf derzeit nichts mehr wissen. "Ich bin sehr stolz über die Nominierung für den Confed Cup. Ich konnte es nicht glauben als der Anruf kam. Es ist mir eine Ehre", sagte er der türkischen Zeitung "Hürriyet“.

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(bp)