An der Münchner Bundeswehr-Universität soll es seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk geben

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BUNDESWEHR
Soldaten der Bundeswehr-Universität München sollen in rechtsextreme Netzwerke verstrickt sein. | Michaela Rehle / Reuters
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  • Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" sollen Studenten sowie Absolventen der Bundeswehr-Universität München Beziehungen zur rechtsextremen Szene pflegen
  • Es gebe Kontakte zur "Identitären Bewegung"
  • Die Gruppe vertritt völkisches Gedankengut und steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes

Jetzt kommt die nächste Enthüllung zu Rechtsextremen mitten in der Bundeswehr: Mehrere Studenten der Bundeswehr-Universität München sollen Kontakte zu Rechtsextremen gepflegt haben, schreibt die "Süddeutsche Zeitung (SZ)".

Der Militärische Abschirmdienst überprüfe derzeit vier Studenten der Hochschule, berichtet die Zeitung.

Die mutmaßlichen Verbindungen zur rechten Szene scheinen kein Einzelfall zu sein: Zahlreiche Studenten sowie Absolventen der Universität seien im Kontakt mit der sogenannten "Identitären Bewegung", heißt es im SZ-Beitrag.

Diese vertritt ein völkisches Gedankengut und sieht Europa von einer Islamisierungs-Welle bedroht. Die Gruppe ist insbesondere im Internet aktiv, mache aber zunehmend aber auch durch fremdenfeindliche Aktionen auf der Straße auf sich aufmerksam. Sie steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Demo an Gedenkfeier für Amok-Opfer

In Bayern ist der Oberleutnant Felix S. für die Bewegung aktiv. Er ist Absolvent der Münchner Bundeswehr-Hochschule. Vergangenen Juli hab er gemeinsam mit anderen Führungsmitgliedern der "Identitären Bewegung" in München unter dem Motto "Integration ist eine Lüge" demonstriert.

Dabei habe man den Auflauf bewusst für den Tag der Gedenkfeier für die Opfer des Münchner Amoklaufs organisiert, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Bereits 2011 sei S. mit rechtem Gedankengut aufgefallen. Mit zwei Kameraden habe er die Studentenzeitschrift der Bundeswehrhochschule zur Plattform für rechte Thesen umfunktioniert.

"Töten und sterben"

Zudem soll er für eine Denkfabrik der "Neuen Rechten" Beiträge publiziert haben. Deutschland von einer "Staatsverrottung" bedroht, schrieb er darin. Sinn des Soldaten sei "töten und sterben".

Die Bundeswehr habe vom rechten Gedankengut von S. gewusst, aber nichts gegen den Offizier unternommen. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" verzichtete die Bundeswehr-Universität vorerst auf eine Stellungnahme.

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(bp)

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