17-Jähriger entwickelt ein kleines Gerät in der Schule – jetzt könnte es ein großes Problem der Nasa lösen

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Die Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa dürften ziemlich verblüfft gewesen sein, als sie sahen, was der 17-jährige Inder Rifath Sharook gerade entwickelt hatte. Sie waren sogar dermaßen davon begeistert, dass sie die Erfindung des Teenagers gleich in ihr Forschungsprogramm aufnahmen.

Rifath Sharook ist ein Schüler aus Tamil Nadu Pallapapatt und hat den kleinsten Satelliten der Welt entwickelt. Das gerade mal vier Zentimeter große und 64 Gramm leichte Gerät ist auf den Namen "KalamSat“ getauft.

Der junge Nachwuchs-Ingenieur benannte ihn nach dem berühmten indischen Nuklearwissenschaftler und ehemaligen Präsidenten A.P.J Abdul Kalam.

Von der Schulbank in die Wissenschaft

Der Auslöser für seine Erfindung war ein Forschungs-Wettbewerb auf Sharook Schule: "Cubes in Space“ ("Quader im All"), veranstaltet vom Nasa Kids Club und der internationalen Bildungs-Organisation "I Doodle Learning“.

Nach einem strengen Auswahlverfahren gewann Sharook den Wettbewerb und begeisterte mit "KalmaSat“ die Weltraum-Forscher der Nasa. Sie nahmen die Erfindung in ihr Raumfahrt-Programm auf, in dem erforscht werden soll, wie sich neue Materialien und Technologien im luftleeren Raum verhalten.

Der winzige Satellit des Schülers soll nun Bestandteil einer 240-minütigen Forschungsmission sein. In diesem soll der kleine Kubus für insgesamt 12 Minuten der Mikrogravitation ausgesetzt sein.

"Wir wollen herausfinden, wie sich Kohlenstofffasern aus dem 3-D-Drucker im Weltraum verhalten“, sagte der Teenager in einem Interview mit "Times of India“. Der Entwicklungsprozess seines Satelliten sei gar nicht so einfach gewesen, erzählt er.

"Ich habe ihn quasi aus dem Nichts erschaffen“, sagt Sharook. "Die größte Herausforderung war für mich, die ganze Technik in nur vier Zentimeter unterzubringen und dabei noch das Maximalgewicht von 64 Gramm nicht zu überschreiten.“

Die Erfindung könnte ein Problem der Nasa lösen

Die vielen Einzelteile für das Innere des Kubus hatte Sharook aus Indien, aber auch anderen Ländern bezogen. In monatelanger Kleinarbeit setzte er ihn Stück für Stück akribisch zusammen.

Mit seiner Erfindung könnte Sharook auch dazu beitragen, der Platz- und Gewichtsproblematik der Nasa-Satelliten entgegenzuwirken.

Denn von jedem Gramm und jedem Zentimeter hängt auch die Größe der Trägerraketen ab, die den Satelliten ins All befördern müssen. Und davon auch die Kosten.

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Die derzeit leistungsfähigste Trägerrakete ist die von Boeing entwickelte und gebaute Delta IV Heavy, mit einer Nutzlastkapazität von über 25 Tonnen.

Innovative Wissenschaft ist keine Frage des Alters

Sharooks leichtgewichtiger Satellit soll voraussichtlich am 21. Juni 2017 in die Erdumlaufbahn befördert werden. Schon jetzt freut sich der Schüler auf die Ergebnisse, die seine Erfindung der Nasa liefern wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Weltraumbehörde Ideen außerhalb ihrer kompetenten Reihen von Wissenschaftlern und Ingenieuren umsetzt. Damit beweist die Nasa, dass es gleichgültig ist, wie alt jemand ist – innovative Wissenschaft kann von überall her kommen.

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(lk)

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