Südkoreas neuer Präsident überrascht mit einem radikalen Schritt gegen Luftverschmutzung

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COAL POWER PLANT
Kohlekraftwerke stehen betreffend Luftqualität nicht gut da. | Tonkovic via Getty Images
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  • Südkorea setzt stark auf Kohlekraftwerke
  • Auch deshalb sterben in dem Land tausende Menschen jedes Jahr an der Luftverschmutzung
  • Jetzt will der neue Präsident gegen die Kohlekraftwerke vorgehen

Kohlekraftwerke sind regelrechte Dreckschleudern, die die Luft verpesten und den Klimawandel antreiben. Doch da sie eine billige Möglichkeit sind, um Bevölkerung und Industrie mit Strom zu beliefern, sind sie weltweit weiterhin am Netz.

Nun überrascht Südkorea mit einem radikalen Schritt: Der frisch gewählte Präsident Moon Jae-in hat versprochen, in seiner fünfjährigen Amtsperiode soll zehn Kohlekraftwerken der Stecker gezogen werden. Dazu sollen die Kraftwerke vorerst temporär vom Netz gehen, bis sie dann tatsächlich für immer außer Betrieb gesetzt werden.

Gerade für Seoul, der südkoreanischen Hauptstadt, ist das bitter nötig. Denn die Luft der Metropole ist stark verschmutzt, zahlreiche Menschen sterben jedes Jahr an der Luftverschmutzung.

Buhmann China

Dabei beschuldigen die Koreaner oftmals China, für das Problem verantwortlich zu sein. Denn die boomende Volkswirtschaft setzt stark auf Kohle als Energieträger.

Koreaner seien deshalb der Meinung, der in China produzierte Smog treibe über das Meer in ihr Land, schreibt die US-Nachrichtenseite "Quartz".

Doch der Smog ist auch ein hausgemachtes Problem.

Die Koreaner haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Kernkraftwerke wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet. Stattdessen hatten sie Kohlekraftwerke gebaut, mehr als 20 weitere Anlagen sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen.

Kohlekraftwerke sind etwas besser als auch schon

Heute gebaute Kohlekraftwerke belasten zwar weniger stark die Umwelt, als noch vor einigen Jahren. Zudem sind sie effizienter, was bedeutet, dass weniger Kohle verfeuert werden muss, um den eigenen Energiebedarf zu decken.

Doch wie "Quartz" berichtet, müsste Südkorea endlich mehr auf Solar- und Windenergie umschwenken, um das Luftverschmutzungsproblem in den Griff zu bekommen.

Derzeit verwendet Südkorea von allen 35 Mitgliedern der Industrieländer-Vereinigung OECD am wenigsten erneuerbare Energiequellen. Nur 8 Prozent des südkoreanischen Energiebedarfs wird so abgedeckt.

Präsident Moon Jae-in hat nun den ersten Schritt getan, damit Südkoreas Luft wieder klarer wird.

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(ll)

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