"Putin bezahlt Trump ... ich schwöre bei Gott": Aufzeichnung eines geheimen Gesprächs bringt die Republikaner in Bedrängnis

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TRUMP DONALD
US-Präsident Donald Trump | SAUL LOEB via Getty Images
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  • Die Aufzeichnung eines Gesprächs bringt die Spitze der Republikaner in Erklärungsnot
  • Demnach hatte die Parteispitze Donald Trump schon vergangenes Jahr unter Verdacht, von Russland bezahlt zu werden
  • Trotzdem machte die Partei ihn zu ihrem Präsidentschaftskandidaten

Die "Washington Post" hat die Mitschrift eines bemerkenswerten Gespräches in der Führung der republikanischen Partei veröffentlicht.

Die Spitze der Republikaner scheint Donald Trump bereits Mitte 2016 im Verdacht gehabt zu haben, von Russland bezahlt zu werden - und machte ihn trotzdem zu ihrem Präsidentschaftskandidaten.

Reporter der "Washington Post" haben eine Aufzeichnung des Gesprächs am 15. Juni 2016 vorgespielt bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war Trump bereits als einer der möglichen Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaftswahl nominiert. Zum Präsidentschaftskandidaten wurde er etwa einen Monat später ernannt, auf dem Parteitag am 21. Juli in Cleveland.

Bei dem Treffen ging es um Russlands Propaganda, Wladimir Putin und die Ukraine. Am Tag zuvor war bekannt geworden, dass russische Hacker in die Netzwerke des Nationalkongresses der Demokraten (DNC) eingedrungen waren.

Bei dem Gespräch waren unter anderem Kevin McCarthy, damals der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, der Sprecher des Repräsentantenhauses, und die hochrangige Republikanerin Cathy McMorris Rodgers anwesend.

Zuvor hatten sich McCarthy und Ryan mit dem ukrainischen Premierminister Vladimir Groysman getroffen. Der hatte mit ihnen über die Taktik des Kremls gesprochen, rechtspopulistische und Russland-freundlich Politiker mit Geldern zu unterstützen. Nun sprachen sie über das Treffen.

kevin mccarthy
Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Kevin McCarthy verdächtigte Trump offenbar schon letztes Jahr, von Putin bezahlt zu werden

McCarthy schien zu befürchten, dass Russland Informationen über Trump haben könnte, die ihn erpressbar machen.

Er wies darauf hin, dass die Hacker Informationen bekommen haben könnten, welche die Demokraten über Trump gesammelt hatten: "The Russen haben den DNC gehackt und die Oppositions-Recherchen über Trump bekommen", sagt er. Dann kam der entscheidende Satz.

"Es gibt zwei Leute, von denen ich denke, dass Putin sie bezahlt: Rohrabacher und Trump ... ich schwöre bei Gott", soll McCarthy in dem Gespräch gesagt haben.

Dana Rohrabacher ist ein republikanischer Abgeordneter aus Kalifornien, der für seine Russland-Freundlichkeit bekannt ist.

paul ryan
Der Sprecher der Repräsentantenhauses Paul Ryan schwor die Anwesenden auf Verschwiegenheit ein

Die Anwesenden sollen daraufhin gelacht haben. Ryan soll eingeschritten sein und verhindert haben, dass McCarthy seinen Verdacht weiter ausführt. Stattdessen verlangte er von den Anwesenden zu schwören, dass sie über dieses Gespräch Stillschweigen bewahren werden: "Keine Leaks ... so wissen wir, dass wir hier eine echte Familie sind."

Eine Mitschrift des Gesprächs in Englisch finden Sie hier.

Die anderen stimmten ihm zu. "Was in der Familie gesagt wurde, bleibt in der Familie."

Das Gespräch ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es ist unklar, ob die Äußerungen McCarthys ernst gemeint waren. Mehrere Sprecher der Republikaner sagten der "Washington Post" McCarthy habe damals einen Scherz gemacht. Doch Ryans Reaktion zeigte, dass er sich der Brisanz des Gesagten schon damals bewusst war.

Offensichtlich ist aber eins. Einer der anwesenden Republikaner hat das Gespräch aufgezeichnet - mit der Absicht, diese Informationen später zu seinem Vorteil zu nutzen.

Ein Schluss lässt sich mit Sicherheit aus dem Gesagten ziehen: Die Republikaner sind alles andere als eine Familie.

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(sk)