"So redet sonst die AfD": CDU-Mann Tauber geht auf Linke Wagenknecht los

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WAGENKNECHT
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In knapp vier Monaten ist Bundestagswahl - doch die Wähler bekommen von den Parteien kaum konkrete Wahlversprechen.

Sandra Maischberger forderte daher in ihrer gestrigen Sendung: "Klartext, bitte! Was wollen Merkel und Schulz für Deutschland?" Leider gab es in mehr Blindtext als Klartext.

Das waren die Gäste.

● Peter Tauber, CDU-Generalsekretär
● Ralf Stegner, stellvertretende SPD-Parteivorsitzende
● Sahra Wagenknecht, Linke-Fraktionsvorsitzende
● Katja Suding, stellvertretende FDP-Parteivorsitzende
● "Welt am Sonntag"-Journalist Robin Alexander

Der SPD-Vize Ralf Stegner saß wie immer mit einem griesgrämigen Gesicht in der Talkrunde.

Er forderte nach der Niederlage in Nordrhein-Westfalen, in den Gerechtigkeitsfragen konkret zu werden - ließ dann aber wenig folgen.

Die Union wolle Bildungsgebühren, massive Aufrüstung und Steuersenkungen für Großverdiener, warnt der Partei-Vize. Die SPD hingegen stehe für die Entlastung normaler Familie.

Doch auch von Stegner kam wenig Konkretes. "Vermögende sollen einen höheren Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Investitionen leisten", zitierte Maischberger einen Leitantrag der SPD. Warum steht da nicht das Wort Vermögenssteuer?", fragte Maischberger. "Soweit sind noch nicht", sagte der ausweichend.

Statt Genaus zu sagen, warf er lieber der CDU vor, ihre Steuerversprechen zu brechen. Merkel mache in jedem ihrer Wahlkämpfe Steuerversprechen, die sie dann nicht halte.

Auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber wollte sich nicht auf konkrete Wahlversprechen festlegen."Wenn alle, die heute sagen 'Merkel macht einen guten Job und soll Kanzlerin bleiben', CDU wählen würden, dann würde der Wahlkampf sehr entspannt werden.

Aber es geht nicht einfach um ein 'Weiter so'. Deshalb werben wir mit einer starken Kanzlerin und Angeboten, wie Deutschland in einer sich verändernden Welt stark und erfolgreich bleibt", sagt Tauber. Mehr als noch mehr Merkel hat die CDU offenbar nicht zu bieten.

Sahra Wagenknecht hatte es da Oppositionspolitikerin natürlich leicht. Die Fraktionsvorsitzende der Linken fordert für den Bundestagswahlkampf deshalb unter anderem: "Wir brauchen Vermögens- und Erbschaftssteuern für Reiche." Und an SPD-Mann Stegner gerichtet: "Sie sitzen seit vier Jahren in der großen Koalition und entdecken kurz vor Schluss, was da alles falsch läuft. Das ist nicht glaubwürdig. Sie stehen für ein verschwommenes Programm."

Besonders mit CDU-Mann Tauber geriet sie aneinander. Wagenknecht warf Merkel vor, dass sie mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Nahen Osten die Deutschen erst zu Anschlagszielen für Terroristen gemacht habe.

Merkel habe einen "völligen Kontrollverlust" des Staates zugelassen. Auch bei der Integration habe sie versagt - und versuche nun, ihre früheren Fehler durch Härte bei Abschiebungen auszugleichen. "Da hat sie wirklich in Größenordnungen versagt".

Damit brachte sie Tauber auf die Palme. "So redet sonst die AfD!“ Er wirft Wagenknecht und Oskar Lafontaine vor, mit der Angst der Leute gespielt zu haben. Wagenknecht fassungslos: "Das finde ich jetzt unter der Gürtellinie!" Die AfD würde sich schließlich nicht über Abschiebungen nach Afghanistan beklagen.

Die stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Katja Suding freute sich über den Wahlerfolg in Nordrhein-Westfalen. "Die Menschen wollen die FDP zurück", stellte sie fest.

An Angela Merkel ließ sie kein gutes Wort: "Die Kanzlerin hat keine Vorstellung davon, welche Konzepte in der Zukunft helfen.“

"Wir wollen die Bürger steuerlich entlasten und daher den Solidaritätsbeitrag abschaffen. Und wir müssen uns wieder stärker auf die soziale Marktwirtschaft besinnen", sagte sie.

Konkret wird aber auch sie nicht - aber wir haben ja noch vier Monate Zeit.

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