Die Eltern stellten die Ernährung ihres Babys um - kurze Zeit später war es tot

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BABY GESUNDHEIT
Lucas' Ernährung umzustellen war vermutlich sein Todesurteil (Symbolbild). | iStock
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Wenn Eltern anfangen, ihr Baby selbst zu therapieren, statt einen Arzt um Rat zu fragen, kann das schlimme Folgen haben. Das zeigt nun ein tragischer Fall aus Belgien.

Ein Paar, Peter S. und Sandrina V,. sollen bei ihrem kleinen Sohn Lucas selbstständig eine Laktose- und Glutenintoleranz diagnostiziert und daraufhin die Ernährung des Kindes umgestellt haben. Das berichtet der “stern” unter Berufung auf belgische Medien.

Ohne einen Mediziner zu konsultieren, habe die 30-jährige Mutter aufgehört, ihr Baby zu stillen - die Eltern hatten den Eindruck, der Kleine vertrage die Milch nicht gut.

Die Eltern gaben ihrem Baby nur noch Milchersatz

Sie hätten daraufhin beschlossen, den Speiseplan des Babys umzustellen und ihm nur noch Milchersatz aus Quinoa, Buchweizen, Hafer und Reis aus dem eigenen Naturkostladen zu füttern. Wie sich wenig später herausstellte, offenbar das Todesurteil für Lucas, der zu diesem Zeitpunkt gerade mal sieben Monate alt war.

Jetzt müssen sich die Eltern für ihr fahrlässiges Handeln verantworten. Lucas habe starke Gewichtsschwankungen gehabt, gab die Mutter laut der belgischen Zeitung "Nieuwsblad" vor Gericht zu. Doch offenbar reagierten die Eltern viel zu spät. Erst als sich das Baby mehrfach übergeben habe, hätten sie Hilfe bei einem Homöopathen gesucht.

Der Mediziner habe erkannt, wie ernst die Lage war und die Familie sofort ins Krankenhaus geschickt. Lucas soll bereits völlig dehydriert gewesen sein und nur noch 4,3 Kilogramm gewogen haben. Ein gesundes Kind in dem Alter wiegt normalerweise das Doppelte.

Der kleine Junge starb an "pathologischer Unterernährung"

Im Krankenhaus konnten die Ärzte nichts mehr für den kleinen Jungen tun. Die Todesursache: “pathologische Unterernährung”.

"Ihre Vorstellungen von Medizin haben ihrem Kind das Leben genommen", zitiert der “stern” den zuständigen Staatsanwalt. Das Urteil wird in etwa vier Wochen erwartet.

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(mm)