Donald Trump: "Kein Politiker in der Geschichte wurde schlimmer oder unfairer behandelt als ich"

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Donald Trump: "Kein Politiker in der Geschichte wurde schlimmer oder unfairer behandelt" | Yuri Gripas / Reuters
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  • Donald Trump hat sich in einer Rede über die Kritik an seiner Regierung und ihm selbst beschwert
  • Kein Politiker in der Geschichte sei schlimmer behandelt worden als er

Donald Trump kann mit Kritik nicht umgehen. Und an Kritik an ihm mangelt es wahrlich nicht. Sexist, Rassist, Lügner, Kriegstreiber, Möchtegern-Diktator - als all das musste sich Trump bereits bezeichnen lassen.

Kein Wunder, ist der US-Präsident doch dabei, sein Land ins absolute Chaos zu stürzen.

Trump selbst versteht das alles nicht. Bei einer Rede vor den Absolventen einer Kadetten-Akademie in den USA lobte er sich einmal mehr für seine großartigen Erfolge.

Und beschwerte sich über sein Bild in der Öffentlichkeit: "Schaut Euch an, wie ich in letzter Zeit behandelt wurde, besonders von den Medien. Kein Politiker in der Geschichte wurde schlimmer oder unfairer behandelt."

Geschichtsstunde für Donald Trump

Wie so ziemlich alles, was in den letzten Tagen von Trump zu hören war, ist auch diese Aussage des US-Präsidenten vollkommen absurd - und geschichtsvergessen. Das wird schon nach kurzem Nachdenken klar. Hier eine unvollständige Liste von Politikern, die für Trump weniger Leid erfahren haben, als er selbst.

► Nelson Mandela. Opfer der Apartheid, 27 Jahre in einem Gefängnis weggesperrt, weil er gegen den Rassismus in Südafrika vorgehen wollte.
► Mahatma Ghandi. Von den englischen Kolonialherrschern Indiens zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Jahrelanger Widerstand gegen das britische Regime, Hungerstreiks, Massaker an seinen Anhängern. Schließlich wurde er ermordet.
► Song Jiaoren. Der erste demokratisch gewählte Präsident Chinas. 1912 in sein Amt gekommen, 1913 ermordet.
► Kurt Schuhmacher. Legendärer Vorsitzender der SPD und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten. Wurde für Jahre in Konzentrationslager gesperrt.
► Martin Luther King. Streng genommen kein Amtspolitiker, aber eine der wichtigsten politischen Figuren in der Geschichte der USA. Ständiges Opfer des rassistischen Staatssystems in den USA, saß für seine Überzeugungen im Gefängnis - und wurde schließlich ermordet.
► Abraham Lincoln. US-Präsident, im Amt ermordet.
► John F. Kennedy. US-Präsident, im Amt ermordet.
► Hillary Clinton. Trumps Gegnerin im Wahlkampf. Von ihm und seinen Anhängern monatelang sexistisch beleidigt und erniedrigt worden.

Trump versucht immer wieder, sich durch großspurige Worte und Superlative selbst stark zu reden, sich selbst als Opfer darzustellen.

Ja, Trump ist ständiges Ziel von Kritik. Nein, diese Kritik ist nicht unberechtigt - sie ist ein normaler Teil seiner Rolle als Präsident der Vereinigten Staaten. Trumps Reaktion auf sein schlechtes Image hingegen ist nicht sehr präsidial. Sie ist weinerlich.

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(poc)

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