Diese Superfoods schaden der (Um-)Welt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

It-Girl Chiara Ferragni tut der Umwelt mit ihrem Avocado-Salat nichts Gutes

Superfoods sind super - oder? Während sich Experten immer noch um die angeblichen Wunderwirkungen streiten, steht eines ganz sicher fest: Die Umwelt profitiert vom Hype um Quinoa, Chia, Avocado und Co. nicht. Im Gegenteil: Hoher Wasserverbrauch, Abholzungen und explodierende Preise schaden nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen in den Anbaugebieten.

Quinoa

Mehr über bessere Alternativen zu Quinoa und Co. erfahren Sie im Buch "Heimische Superfoods". Gleich hier bestellen!

Quinoa ist mittlerweile in fast jedem Supermarkt zu finden. Das traditionelle Essen der Inka liefert jede Menge Proteine und ist obendrein sogar noch glutenfrei. Kein Wunder, dass das Pseudogetreide in Zeiten von Gesundheits- und Unverträglichkeits-Fanatikern zum Must-Have im Vorratsschrank avanciert. Das Problem: Durch die hohe Nachfrage bei uns explodieren die Preise auch in den Anbaugebieten.

Bauern in Bolivien und Peru verkaufen ihre Ernte lieber, als sie selbst zu essen. Das ist lukrativer, hat aber gesundheitliche Folgen. Denn die Nährstoffe, die bei uns auf dem Teller landen, fehlen den Einheimischen. Dazu kommt, dass laut "WWF" der aufwändige Terassenanbau von Quinoa immer mehr durch Plantagen großer Unternehmen verdrängt wird. Kleinbauern haben dagegen keine Chance. Alternative: Hirse ist ebenfalls glutenfrei, ist aber auch importiert. Quinoa-Ersatz aus der Region sind Getreidesorten wie Weizen, Dinkel und Grünkorn.

Avocado

Avocados und Drogenkartelle - diese Verbindung erscheint erst einmal absurd. Doch der Spitzname "Blood Guacamole" hat sich in den USA und Südamerika nicht umsonst verbreitet. In Mexiko regiert laut "The Telegraph" tatsächlich das Caballeros Templarios Kartell über einen Großteil des Avocado-Anbaugebietes. Zwar versuchen sich die Bauern zu wehren, doch die Avocado hat noch ein weiteres Problem: Wasser.

Avocados brauchen knapp 1.000 Liter Wasser pro Kilogramm. Zum Vergleich: Tomaten und Kartoffeln benötigen dafür nur um die 200 Liter. Gerade in den klassischen Avocado-Gebieten ein Problem, denn weder Kalifornien, Australien noch Chile sind dafür bekannt, Wasser im Überschuss zu haben. Außerdem ist auch der Transport der empfindlichen Avocados sehr aufwändig. Die bessere Alternative: Als Brotaufstrich ist auch Hummus lecker und die Guacamole wird mit Broccoli zur Broccomole.

Goji Beeren & Chia Samen

Getrocknete Goji Beeren und Chia Samen sind zwar viel einfacher zu transportieren, in ihren Herkunftsländern sind aber auch diese Superfoods super problematisch. Zum einen müssen für den Anbau auch hier künstliche Bewässerungssysteme angelegt werden. Außerdem gibt es in Asien keine oder kaum Vorschriften. Bauern sprühen ihre Pflanzen deswegen oft mit gefährlichen Pestiziden ein, um Unkraut und Schädlinge abzutöten. Diese Gifte landen aber auch im Grundwasser und über die Superfoods sogar bei uns auf den Tellern. Besser: Leinsamen haben fast die gleiche Wirkung wie Chia und schwarze Johannisbeeren oder Preiselbeeren ersetzen die teuren Goji Früchte.

Korrektur anregen