Trump gesteht die Weitergabe geheimer Informationen an Russland

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Trump | Kevin Lamarque / Reuters
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US-Präsident Donald Trump hat bei Twitter zugegeben, klassifizierte Geheimdienst-Informationen an den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben zu haben. Zunächst hatte die "Washington Post" darüber berichtet.

Die Zeitung meldete am Dienstag, Trump habe bei dem Treffen mit Russlands Außenminister Informationen eines Geheimdienstes eines mit den USA befreundeten Landes über einen Anschlagsplan der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weitergegeben.

► Trump habe sich damit keiner Straftat schuldig gemacht, sagte Politologe Thomas Jäger der HuffPost. In dem Moment, in dem Trump die Informationen weitergebe, würden diese "deklassifiziert", sagte der Außenpolitik-Experte der Universität zu Köln.

Dennoch ist die Nachricht politisch hoch brisant.

Trump steht noch immer in Verdacht, während des Wahlkampfes illegitime Kontakte nach Russland gepflegt zu haben. Mit der Weitergabe der Geheimdienst-Meldungen könnte er zudem einen Informanten im Islamischen Staat gefährdet und außenpolitische Strategien der USA verraten haben.

Trumps Geständnis offenbarte zwei Lügen

Trump rechtfertigte die Entscheidung mit Überlegungen, Russland solle seinen Kampf gegen den IS verstärken. Er habe es aus humanitären Gründen getan.

► Jäger sagte der HuffPost: "Jeder andere Mitarbeiter im Weißen Haus würde für so etwas im Knast landen." Der Präsident, dem die Geheimdienste unterstehen, könne im Rahmen seiner exekutiven Gewalt entscheiden, Informationen öffentlich zu machen.

Ebenso brisant: Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster hatte bisher geleugnet, dass Trump Lawrow geheime Details verraten hätte. Wie sich nun herausstellt: eine Lüge.

Auch das russische Außenministerium hatte den Vorfall dementiert. Bei den Berichten handele es sich um "fake news", schrieb Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Dienstag auf Facebook.

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(ll)

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