Schleswig-Holsteins Regierungschef Albig kündigt Rückzug an

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TORSTEN ALBIG
Schleswig-Holsteins Regierungschef Albig kündigt Rückzug an | Morris MacMatzen via Getty Images
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  • Torsten Albig (SPD) hat seinen Rückzug aus der Politik angekündigt
  • Er werde sein Landtagsmandat nicht wahrnehmen, sagte Albig am Dienstag
  • Kritiker geben ihm die Schuld am Versagen der SPD bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Gut eine Woche nach der verlorenen Landtagswahl hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.

Er stehe für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung und werde auch sein Landtagsmandat nicht wahrnehmen, teilte der SPD-Politiker am Dienstag in Kiel in einer schriftlichen Erklärung mit.

Der 53-Jährige zog damit die Konsequenz aus der Niederlage der SPD bei der Landtagswahl am 7. Mai. Die bisherige Koalition aus SPD, Grünen und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) verlor bei der Wahl ihre Mehrheit.

"Bunte"- Interview könnte Albig zum Verhängnis geworden sein

Albig hatte mit einem Interview mit der Zeitung "Bunte" für negative Schlagzeilen gesorgt: "Wir (er und seine Ex-Frau, Anm. d. Red.) hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben. Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushaltes gefangen", lautete die umstrittene Aussage.

Das Interview stieß auf Unverständnis. Kritiker behaupten sogar, dass dieses Interview ihm und der SPD den Wahlsieg in Schleswig-Holstein gekostet hätte. Albig wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe.

"Um auch jedweder weiteren substanzlosen aber dennoch für mich und mein persönliches Umfeld ehrverletzenden Unterstellung der Vermischung öffentlicher und privater Interessen den Boden zu entziehen, werde ich auch nicht dem künftigen schleswig-holsteinischen Landtag angehören", erklärte Albig seinen Rücktritt.

Seine Arbeit als Mitglied einer Landesregierung werde "in jedem Fall mit der Neuwahl einer Ministerpräsidentin oder eines Ministerpräsidenten" enden, kommentiert Albig. "Bis dahin erfülle ich entsprechend der Verfassung unseres Landes meine Pflicht als gewählter Ministerpräsident."

Eine "Ampel"- Koalition steht nicht zur Debatte

Die Hoffnung der SPD mit einem Rückzug Albigs den Weg für eine "Ampel"-Koalition doch noch zu ebnen war bereits geplatzt: FDP-Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki sagte etwa eine gute halbe Stunde vor Albigs Erklärung, dass für die Liberalen nur noch ein "Jamaika"-Bündnis in Frage komme.

Nach der Landtagswahl hatte Kubicki zunächst lediglich eine "Ampel" mit Albig strikt ausgeschlossen. Daraufhin hatten sich auch die Grünen von Albig abgesetzt.

Nach der Absage der FDP kommen als neue Regierungskonstellation rein rechnerisch nur noch ein "Jamaika"-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP sowie eine Große Koalition von CDU und SPD in Frage.

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